Makaber
IS-Terroristen bieten zwei Geiseln per Inserat «zum Kauf» an

In seinem Propaganda-Magazin bietet der Islamische Staat nun ausländische Gefangene zum Kauf an.

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In seinem Propaganda-Magazin bietet der Islamische Staat nun ausländische Gefangene zum Kauf an.

In seinem Propaganda-Magazin bietet der Islamische Staat nun ausländische Gefangene zum Kauf an.

Screenshots Twitter

Von allen Seiten wird der Mann zur Schau gestellt, gekleidet in einen gelben Overall: «Norwegischer Gefangener zu verkaufen» prangt in grossen Lettern unter einem Foto. Die Anzeige im Propaganda-Heft «Daqib» des Islamischen Staates (IS) könnte geschmackloser kaum sein. Allem Anschein nach bieten die IS-Terroristen nun öffentlich den Freikauf von ausländischen Geiseln an.

«Angebot zeitlich beschränkt»

Der 48 Jahre alte Ole Johan Grimsgaard-Ofstad sei von seiner Regierung «im Stich gelassen worden», schreiben die Terroristen. Wer ihn freikaufen wolle, könne sich unter der angegebenen Telefonnummer melden. Dann der zynische Vermerk: «Angebot zeitlich beschränkt».

Die norwegische Regierung bestätigte in einem Statement, dass einer ihrer Staatsbürger von Terroristen in Syrien entführt wurde, wie die Zeitung «Verdens Gang» berichtet. Und: Angehörige hätten Ole Johan Grimsgaard-Ofstad eindeutig identifiziert, so «Verdens Gang». Der Politologe reiste demnach im Januar nach Syrien. Auf Facebook meldete er sich noch aus der umkämpften nordsyrischen Stadt Idlib und schrieb, dass er in die Provinz-Haupstadt Hama weiterreisen wolle.

Die norwegische Regierung weigert sich strikte, Lösegeld zu bezahlen. Norwegen werde «werde dem Druck von Terroristen und Kriminellen nicht nachgegeben», sagte Premierministerin Erna Solberg. Eine zweite Geisel, die von IS ebenfalls «zum Kauf» angeboten wird, soll der 50-jährige Chinese Fan Jinghui sein. China wollte nicht bestätigen, dass sich der Mann in den Händen der Terroristen befindet.

Das Propaganda-Heft «Daqib» ist ein über das Internet vertriebenes Magazin des IS. Es erschien das erste Mal im Juli 2014 unter dem Titel «Die Rückkehr des Kalifat» und zeichnet sich durch professionelle Machart aus. In der aktuellen Ausgabe brüsten sich die Terroristen mit der Zerstörung antiker Stätten in Palmyra oder verhöhnen den Tod des dreijährigen Syrischen Jungen Aylan, der bei der Flucht vor türkischen üste nahe Bodrum ertrunken ist. (rhe)

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