Neues Gesetz
Bald legal – jetzt sollen die Italiener Hanf anbauen dürfen

Italiens Hanffreunde sind high: Ihre bisher verbotenen Cannabis-Pflänzchen auf dem Balkon oder im Hintergarten dürften bald legal werden.

Fabian Hock
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In Italien bald legal: Der Anbau minimaler Mengen von Hanf.

In Italien bald legal: Der Anbau minimaler Mengen von Hanf.

Toa55 / iStockphoto

Die Justizkommission der Römer Abgeordnetenkammer hat grünes Licht gegeben für ein neues Gesetz, das den Anbau von maximal vier Hanfpflanzen zum Eigenkonsum künftig erlauben soll.

Gleichzeitig sollen die Strafen für den Handel mit leichten Drogen deutlich gesenkt werden – von bisher zwei bis sechs Jahren Gefängnis auf maximal ein Jahr Freiheitsentzug. Heute drohen bereits ab fünf Gramm Gefängnisstrafen. Und so sind Italiens Haftanstalten gut gefüllt mit Drogendelinquenten – wobei sieben von zehn der Verurteilten wegen Mengen einsitzen, die in anderen Ländern als Bagatelldelikt bewertet würden.

Den privaten Mikro-Plantagen den Weg geebnet hat der Kassationshof in Rom: Kurz vor Weihnachten 2019 hatte das höchste Gericht das für Italien bahnbrechende Urteil gefällt, wonach der Anbau von «minimalen Cannabismengen» für den Gebrauch einer einzelnen Person erlaubt sein müsse, sofern der Hanf «mit rudimentären Mitteln hergestellt» werde.

Schlag gegen die Mafia

«Das neue Gesetz ist ein schwerer Schlag gegen die Mafia, die den Handel sowohl mit harten als auch mit leichten Drogen kontrolliert», betont der Ricardo Magi von der liberalen Kleinpartei «Mehr Europa», der die Vorlage eingebracht hat.

Dank dem Eigenanbau müssten die Konsumenten nicht mehr mit den Dealern der Clans in Kontakt treten. Und: Die bisherige Regelung – «eine der repressivsten in Europa», wie Magi betont – habe kaum jemanden davon abgehalten, eine «canna» (Joint) zu rauchen. Die Kiffer-Dichte in Italien ist eine der höchsten Europas.

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