Nordkorea
Giftmord an Kim Jong Nam: zwei Frauen vor Gericht – ihnen droht die Todesstrafe

Wegen des Giftmords am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in Malaysia müssen sich seit Donnerstag zwei Frauen vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe.

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Giftmord Kim Jong Nam – der Prozess
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Sie wird von der Polizei aus dem Gericht geführt.
Die 28-Jährige steht im Verdacht, Kim Jong Nam ermordet zu haben.
Gooi Soon Seng (Mitte) ist der Anwalt der anderen Beschuldigten, Siti Aisyah.
Er verteidigt die Indonesierin zusammen mit Selvi Sandrasegaram.
Die Polizeipräsenz rund um den Prozess ist gross.

Giftmord Kim Jong Nam – der Prozess

Vincent Thian

Der Vietnamesin und der Indonesierin wird zur Last gelegt, den 45-jährigen Kim Jong Nam Mitte Februar mit dem Nervengas VX getötet zu haben.

Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea schwer belastet. Vermutet wird, dass die Führung des kommunistischen Landes hinter dem Anschlag steckt. Diese weist das zurück. Der Prozess findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Nach wenigen Minuten wurde er auf den 30. Mai vertagt.

Kritisch zu Nordkorea geäussert

Kim Jong Nam, der die letzten Jahre ausserhalb seiner Heimat verbracht hatte, war am 13. Februar auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur Opfer eines Gift-Attentats geworden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der ältere Halbbruder des amtierenden Machthabers hatte sich mehrfach kritisch über Nordkorea geäussert. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Die 28 Jahre alte Vietnamesin Doan Thi Huong und ihre mutmassliche Mittäterin, Siti Aishah (25), wurden mit schusssicheren Westen in das Gericht in der Nähe von Kuala Lumpur gebracht.

Anschlag ein "Scherz"

In den ersten Vernehmungen hatten sie behauptet, alles für einen TV-Scherz gehalten zu haben. Angeblich dachten sie, für eine Art "Versteckte Kamera" angeheuert worden zu sein.

Der Fall hatte für schwere Verstimmungen zwischen Malaysia und Nordkorea gesorgt. Zunächst wiesen beide Länder gegenseitig ihre Botschafter aus.

Dann verboten sie den Bürgern des jeweils anderen Landes die Ausreise. Inzwischen wurde das Verbot aber wieder aufgehoben. Auch mehrere Nordkoreaner, die als Hintermänner der Tat verdächtigt werden, durften Malaysia verlassen.

Kim Jong Nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, im Jahr 2010.
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Die malaysische Polizei mit einer Verdächtigen am 17. Februar am Kuala Lumpur International Airport.
Die malaysische Polizei mit einer Verdächtigen am 17. Februar am Kuala Lumpur International Airport.
Kim Jong Nam ermordet
Die Botschaft von Nordkorea in Kuala Lumpur (Malaysia). Zuletzt verlautete, dass Pjöngjang die Ergebnisse der Obduktion nicht anerkennen will. Die Behörden in Malaysia hätten diese ohne Einverständnis Nordkoreas und ohne nordkoreanische Zeugen vorgenommen, sagte Botschafter Kang Chol am Freitag in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur.
Kim Jong Nam im Jahr 2007 auf dem Flughafen von Peking.
Die beiden Halbbrüder: Der ermordete Kim Jong Nam (2001) und Kim Jong Un (2016), der Diktator von Nordkorea.

Kim Jong Nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, im Jahr 2010.

KEYSTONE/AP JoongAng Sunday via JoongAng Ilbo/Shin In-seop