Klimapolitik
Durchbruch an der Klimakonferenz: Kyoto-Protokoll wird weitergeführt

Heute ging die UNO-Klimakonferenz in Durban zu Ende. Neben zähen Verhandlungen brachte sie ein positives Resultat: Künftig sollen alle Länder gemäss ihres jeweiligen Ausstosses zur Verminderung des Treibhausgasausstosses verpflichtet werden.

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Die Reduktion von Treibhausgasen durch das Kyoto-Protokoll kann lückenlos weitergeführt werden (Symbolbild)

Die Reduktion von Treibhausgasen durch das Kyoto-Protokoll kann lückenlos weitergeführt werden (Symbolbild)

Keystone

Die grossen Verursacher von Treibhausgasen wie die Schwellenländer China, Brasilien, Indien und Südafrika sowie die USA sind nun bereit, einen Prozess zu starten, der 2015 abgeschlossen wird und in ein rechtlich verbindliches Klimaschutz-Abkommen mündet.

Länder werden künftig anders kategorisiert

Das neue Abkommen wird die Länder nicht mehr in Industrie- und Entwicklungsländer unterteilen, wie dies bisher der Fall war. Dies hat zur Folge, dass nicht mehr nur als Industrieländer klassifizierte Staaten zu einer Reduktion des CO2-Ausstosses verpflichtet werden, sondern alle Länder gemäss ihres jeweiligen Ausstosses und ihrer Möglichkeiten.

«Mit diesem Paradigmenwechsel machten die internationalen Klimaverhandlungen einen grossen Schritt vorwärts», schreibt BAFU-Direktor Bruno Oberle in einer Mitteilung. Er vertrat die Schweizer Position an der Konferenz.

Kyoto lückenlos weitergeführt

Mit dem Einlenken der Schwellenländer sowie der USA waren für die EU, Neuseeland, Australien und die Schweiz die Bedingungen erfüllt, einer zweiten Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll zuzustimmen. Dieses kann nun ab 2013 lückenlos weitergeführt werden.

Bereits 2009 in Kopenhagen wurde ein solches Resultat angestrebt, doch war damals die Zeit noch nicht reif dafür. Auch die letztjährige Konferenz in Cancún (Mexiko), konnte den erfolg nicht bringen.

Globale Erwärmung soll unter 2 Grad gehalten werden

Das neue Abkommen soll bis 2015 stehen und so streng sein, dass die globale Erwärmung unter 2 Grad respektive 1,5 Grad gehalten werden kann, falls die Wissenschaft letzteres nahe legt. Offen bleibt, welches Land wie viel zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses beitragen muss und wie verbindlich das neue Abkommen sein wird.

Modalitäten für Grünen Klimafonds geregelt

Die 194 Vertragsparteien der UNO-Klimakonvention konnten sich an ihrer 17. Konferenz auch auf die Modalitäten für den 2010 beschlossenen Grünen Klimafonds (Green Climate Fund) einigen. Mit diesen Mitteln sollen die Entwicklungsländer bei den Verminderungs- und Anpassungsmassnahmen unterstützt werden. Die Erhöhung der entsprechenden Finanzmittel stand in Durban nicht auf der Traktandenliste.

Neu wurde in Durban im Rahmen der Klimakonvention auch ein Gefäss geschaffen, um die Herausforderungen anzugehen, welche mit dem Klimawandel auf die Landwirtschaft zukommen. Definiert wurde schliesslich der Prozess zur Verminderung der Abholzung. Diese trägt weltweit zu fast einem Fünftel des Treibhausgasausstosses bei. (dme)