Krieg in Lybien
Die Verzweiflung der Aufständischen wächst

Milizen von Gaddafi haben die Stadt Suwara eingenommen. Offenbar befindet sich der nordafrikanische Diktator auf dem Vormarsch. Internationale Gespräche auf höchster Ebene haben bislang noch nicht gefruchtet.

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Die alte libyscheFlagge weht in einem Rebellengebiet

Die alte libyscheFlagge weht in einem Rebellengebiet

Keystone

Die Aufständischen in Libyen haben der Militärmacht von Staatschef Muammar al-Gaddafi immer weniger entgegenzusetzen. Nach den jüngsten Gebietsgewinnen im Osten gehen die Truppen des Regimes nun gegen die zuvor von ihnen eingekesselten Städte im Westen des Landes vor.

Ein Augenzeuge sagte dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira am Dienstag, die Aufständischen hätten innerhalb weniger Stunden die Kontrolle über die Kleinstadt Suwara nahe der tunesischen Grenze verloren. Unter Beschuss liegt Misrata, eine andere Stadt im Westen.

Mehrere Rebellenkommandanten hatten am Montag angedeutet, dass sie ein Blutbad befürchten, falls sich die internationale Gemeinschaft nicht zur Einrichtung einer Flugverbotszone durchringen sollte. Ein Amnestie-Angebot der Führung für «reuige» Rebellen, die ihre Waffen abgeben, machte auf die Aufständischen nicht viel Eindruck.

Ein Sprecher der Rebellen in Misrata sagte, Gaddafi habe inzwischen so viel Angst vor Verrat in den eigenen Reihen, dass er sich nur noch auf seine Söhne verlasse.