Soziale Medien
Auf die Twitterati folgen die «Womeratti»

Schöne neue Welt! Kaum hat das renommierte US-Magazin «Foreign Policy» eine Liste mit den «100 einflussreichsten Twitterati» veröffentlicht, merkten bloggende Frauen auf der ganzen Welt, dass es nur gerade 12 Frauen auf die begehrte Liste schafften.

Christian Nünlist
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IWF-Chefin Christine Lagarde ist auch auf Twitter anzutreffen

IWF-Chefin Christine Lagarde ist auch auf Twitter anzutreffen

Keystone

Um Mitternacht erbaten drei Frauen deshalb per Twitter um Vorschläge für eine «Frauenliste». Innert weniger Stunden kamen über 200 Namen zusammen, aus denen das Trio 100 auswählte und in sozialen Netzwerken streute. Die Aktion gelang - inzwischen hat das Magazin «Foreign Policy» die Liste der 100 einflussreichsten «Womeratti» ebenfalls publiziert.

Kreative Wortschöpfung

Die drei innovativen Frauen sind: Jillian C. York, eine im Netzwerk «Global Voices» aktive Bloggerin aus San Francisco, die Deutsche Katrin Verclas, die unter dem Pseudonym «Elasti Girl» bloggt sowie die kanadische Journalistin Lisa Goldman aus Toronto. Den Begriff «Womeratti» - eine Neuschöpfung aus «Women» (Frauen) und «Twitterati» - wählten die drei Frauen absichtlich so, dass er an einen italienischen Sportwagen erinnert.

Unter den Frauen, deren Kurzmitteilungen der Welt zur Lektüre empfohlen werden, sind die berühmten Journalistinnen Christiane Amanpour (ABC/CNN), Hala Gorani (CNN) sowie Laura Rozen (Al-Monitor).

Die Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, twittert auf Spanisch und stellt sich bescheiden vor als «Politologin, Ehefrau, Mama und Erste Dienerin der Republik Costa Rica».

Prominente zwitschernde Politikerinnen sind auch die australische Premierin Julia Gillard, die IWF-Direktorin Christine Lagarde oder die britische Parlamentarierin Louise Mensch. Bei der EU-Justizkommissarin Viviane Reding wird lobend erwähnt, sie tippe derzeit auch zur Fussball-EM.

Die «zornige Griechin»

Für europäische Politik wird Katharina Borchert, die Chefin von Spiegel-Online empfohlen. Für Russland die Guardian-Korrespondentin Miriam Elder. Für Griechenland Theodora Oikonomides, die unter dem Pseudonym «IrateGreek» (Zornige Griechin) twittert.

Über den grünen Klee gelobt wird auch die ägyptische Bloggerin Sarah Carr und die AP-Kairo-Korrespondentin Sarah Eldeeb. Über den Syrienkrieg berichtet Lara Setrakian. Über China Xujun Eberlein. Naheed Mustafa gelingt das Kunststück, über Pakistan und Afghanistan «oft sehr lustig» zu schreiben.

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