Kinderschutz

Zürcher Kinderspital registriert mehr schwere Misshandlungen

Kispi Zürich.

Kispi Zürich.

Die Zahl der Misshandlungs-Fälle, die im vergangenen Jahr beim Kinderspital Zürich (Kispi) registriert worden sind, ist exakt gleich hoch wie im Vorjahr. Allerdings war das Kispi mit schwereren Misshandlungen konfrontiert als in früheren Jahren.

450 Fälle registrierten die Kinderschutzgruppe und die Opferberatungsstelle des Kispi im vergangenen Jahr. Während die Zahl exakt gleich hoch blieb wie im Jahr 2013, stieg jedoch der Schweregrad der Fälle.

Wie das Kispi am Dienstag mitteilte, war im vergangenen Jahr eine grosse Anzahl Kinder sehr starker Gewalt ausgesetzt. Viele wurden systematisch geschlagen. Sie tragen neben ihrer psychischen Traumatisierung oft auch bleibende körperliche Schäden davon.

Ein Kind zu Tode geschüttelt

Ebenfalls in die Kategorie der körperlichen Misshandlungen fallen die Schütteltraumata. Im Jahr 2014 wurden vier Kinder so stark geschüttelt, dass ärztliche Behandlung nötig wurde. Eines starb. Die körperlichen Misshandlungen machten gut 35 Prozent der Meldungen aus.

Ebenfalls etwa gleich hoch wie im Vorjahr blieb die Zahl der Meldungen wegen sexueller Ausbeutung. 32 Prozent der Fälle fielen in diese Kategorie. Dabei bleib es jedoch oft beim Verdacht. Die Fälle konnten häufig nicht weiterverfolgt werden, weil die Befunde nicht eindeutig waren oder die Opfer wegen ihres Alters keine Aussagen machen konnten.

Psychische Misshandlungen machten gut 16 Prozent der Meldungen aus, in 11,6 Prozent der Fälle wurden Kinder vernachlässigt. Wie das Kispi schreibt, sind die Fallzahlen in den vergangenen zehn Jahren etwa gleich geblieben.

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