Ostergeschäft

Unter der Vielfalt von Angeboten: Es muss nicht immer Hühnerei sein

Tipps, die Hanna Fiechter zu Eiern geben kann.

Tipps, die Hanna Fiechter zu Eiern geben kann.

Marktfahrerin Hanna Fiechter spricht über Wachtel-, Enten-, Gänse- und Schwaneneier.

Wer Alternativen zum klassischen Osterei sucht, ist bei Fiechters an der richtigen Adresse. Der Marktstand der drei Schwestern aus Volketswil ist freitags auf dem Helvetiaplatz und samstags auf dem Oerliker Marktplatz in Zürich anzutreffen.

Er wirkt primär auf Fleischliebhaber wie ein Magnet, sodass sich meistens eine Menschentraube davor ansammelt.

Doch das Eierangebot ist mindestens ebenso speziell wie Wollschwein und Wasserbüffel: In der Auslage finden sich nebst Hühnereiern Eier von Wachteln, Enten und Gänsen. Handelsüblich sind im Allgemeinen nur Eier von Hühnern und allenfalls Wachteln, wie Marius Dähler, Gastro-Einkäufer beim traditionsreichen Zürcher Lebensmittelhändler Marinello, sagt.

Federvieh-Vielfalt hat bei Fiechters Tradition. Ursprünglich hatte der Vater den Betrieb in Volketswil als Geflügelfarm aufgebaut.

Und auch heute noch gackert es im Hintergrund, während Hanna Fiechter von Eiern und ihren Erzeugerinnen erzählt: Auf dem Hof tummeln sich in der Nachmittagssonne sechs Hühnerrassen, dazu Gänse, Truthähne, aber auch Schweine und Schafe.

So leben die Hühner bei Fiechters.

So leben die Hühner bei Fiechters.

Die Nachfrage nach Eierspezialitäten nehme zu, sagt Hanna Fiechter. Ohnehin seien die Zürcher offen, weit gereist und wissbegierig. Die Eier ihres eigenen Hofs würden längst nicht ausreichen, um die Nachfrage auf den beiden Zürcher Märkten zu befriedigen.

Deshalb bringen Fiechters auch Eierspezialitäten von Züchtern aus dem Entlebuch, Thur- und Aargau auf die Märkte.

Die feinen Unterschiede

Geschmacklich unterscheiden sich die Eier von Hühnern, Gänsen, Enten und Wachteln gemäss Fiechter nicht allzu sehr. Und doch gebe es feine Unterschiede: «Das Gänseei hat ein cremiges Eigelb, sehr aromatisch.

Enteneier sind geschmacklich ebenfalls intensiver, zum Backen aber eher ungeeignet, da der Teig mit ihnen nicht so gut aufgeht», sagt sie. Und fügt an: «Für Teigwaren und Knöpfli sind sie super.» Sehr gefragt sind Enteneier laut Fiechter bei Asiaten, die sie gekocht mit Salz als lange haltbare, sogenannte hundertjährige Eier einmachen.

Speziell an den Enteneiern ist auch, dass sie von Gesetzes wegen mit Aufschriften wie «Vor Genuss mindestens zehn Minuten kochen» versehen sein müssen. Der Grund: Anders als Hühner, die in grosser Zahl gezüchtet werden, unterliegen Enten nicht den vorgeschriebenen Präventionsmassnahmen zur Vermeidung von Salmonellen.

Die kleinen Wachteleier eignen sich aufgrund ihrer Grösse besonders zu Dekorationszwecken, zum Beispiel hartgekocht auf Salaten – oder als Minispiegeleier. Und noch einen Vorzug nennt Fiechter: «Wer auf Hühnereier allergisch ist, kann Wachteleier essen.»

Truthahn-Eier hatten Fiechters auch schon im Angebot, und Perlhuhn-Eier wären als Rarität wohl ebenfalls gefragt, ist die Marktfahrerin überzeugt. Allerdings seien Perlhühner sehr laut und könnten daher Probleme mit den Nachbarn bringen. Der Hof der Fiechters liegt in einem Wohngebiet am Rande von Volketswil.

Könnten bald auch noch Schwaneneier ins Sortiment kommen? Einen Vorstoss, der Massnahmen zur Eindämmung der grossen, langhalsigen Wasservögel verlangt, hat der Nationalrat kürzlich mit knapper Mehrheit gutgeheissen.

Fiechter überlegt. «Essen könnte man sie auf alle Fälle. Aber wie bei allen Eiern von Tieren aus öffentlichen Gewässern wäre es aufgrund der Bakterien heikel. Man müsste sie lange kochen.» Ausserdem sollten Eier frisch sein. «Ein Kenner sieht das den Eiern an», sagt Fiechter. Laien sei Vorsicht geboten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1