Schlieren

Unnütze Fitnessgeräte landen auf der Strasse

Unterwegs mit den Metall-Sammlern von Schlieren

Unterwegs mit den Metall-Sammlern von Schlieren

Unterwegs mit den städtischen Altmetall-Sammlern; zwischen Wegwerfartikeln, gut erhaltenen Geräten und einer Dose fein säuberlich angereihter Nägel und Schrauben - den Adleraugen der neun Mitarbeiter entgeht nichts.

Punkt 7 Uhr gestern früh mussten die starken Männer des Abfuhrwesens Schlieren, die sich auf den Trittbrettern ihrer Lastwagen in Position gebracht hatten, den Haltegriff fest umschliessen.

Wenn die neun Mitarbeiter des Bereichs Entsorgung unter der Leitung von Markus Moosmann ihre vierteljährliche Metallsammlungs-Tour starten, machen sie sich auf vielerlei kuriose Gegenstände gefasst.

«Fitnessgeräte gehörten mit Abstand zu den häufigsten Objekten, die Schlieremer ins Altmetall entsorgen», sagt der stellvertretende Bereichsleiter Marcel Burgherr. Tatsächlich fanden sich während der morgendlichen Sammelfahrt das eine oder andere Kraftgerät und mehr als ein Hometrainer.

Kindervelos, Bürostühle, Bettgestelle und haufenweisen Pfannen waren ebenfalls beliebte Wegwerfartikel. Doch nicht nur sportliche Disziplin bestimmt über Art und Menge der Altmetallstücke, die von der Schlieremer Bevölkerung am Vorabend der Sammlung vor die Häuser gestellt werden.

«Erzielen Metalle wie Kupfer oder Messing auf dem Markt einen guten Preis, dann verkaufen die Leute diese, anstatt sie uns mitzugeben», so Burgherr. Der aktuell gehandelte Metallpreis lasse sich also jeweils an der Anzahl Tonnen an Altmetall ablesen.

Zerschlissene Lampen und rostige Grills stehen am Strassenrand, als hätten sie schon lange Zeit in einem Keller auf ihre Erlösung gewartet. Doch auch gut erhaltene Geräte wie Mountain Bikes, Bistrotische und Kochutensilien, die durchaus noch Verwertung gefunden hätten, finden die Männer der Entsorgung.

Ein Anwohner hat fein säuberlich Nägel und Schrauben in einer Dose gesammelt. Trotz ihrer unscheinbaren Grösse erkennen die scharfen Augen von Entsorgungs-Mitarbeiter Bajram Thaqi den Behälter auf dem Mäuerchen als Altmetall-Objekt, springt vom kaum zum Halt gekommenen Fahrzeug, um die Büchse seinem Kollegen Ivan Grabic hinaufzureichen.

Dieser fackelt nicht lange, leert das Gefäss mit Schwung über die Gitter, Stühle und Bügelbretter aus. «Klimm-Pling-Ping», scheppern die feinen Teilchen, als sie auf ihre Schicksalsgenossen prallen.

Vorsichtig manövriert Marcel Burgherr durch die Quartiersstrasen und Verkehrsachsen von Schlieren. Die acht Augenpaare im Lastwagen entdecken auch das kleinste Häufchen Metalliges auf dem Trottoir.

Ganz sachte wird angefahren, wenn sich die Kollegen wieder aufs Trittbrett stellen. Doch nicht immer wird eine solche Langsamkeit erwünscht, dem einen Mitarbeiter kann es nicht schnell genug vorwärtsgehen: Kollege Thaqi winkt schon ungeduldig vom Trittbrett nach vorne und ruft: «Fahr emal!»

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