Fussball

Trennung: Andi Wiederkehr muss Urdorf zum Saisonende verlassen

2009 stieg Andi Wiederkehr mit dem FCU in die 2. Liga auf.

2009 stieg Andi Wiederkehr mit dem FCU in die 2. Liga auf.

Nach zwei Saisons in der der zweiten Amtszeit von Wiederkehr verlängert der Drittligist den Vertrag mit dem Trainer nicht. Die Suche nach einem Nachfolger läuft. Wiederkehr geht derweil nicht im Groll.

Es gibt sie: die einvernehmliche Trennung von Verein und Trainer. Den Beweis dafür liefert gegenwärtig der FC Urdorf. Andi Wiederkehr wird nicht über die laufende Saison hinaus Trainer auf dem Chlösterli sein. «Wir sind zum Schluss gekommen, einen Neuanfang zu machen», schreibt Sportchef Sandro Agosti dazu in einer Medienmitteilung.

Der sozusagen im Kündigungsverhältnis stehende Ex-Profi Wiederkehr nimmt dem Verein diese Entscheidung nicht krumm. «Wenns nicht mehr passt, soll man sich trennen», sagt er. Die Gelassenheit ist nicht gespielt, obwohl er sich kürzlich dahingehend äusserte, seine zweite Amtszeit in Urdorf um eine dritte Saison verlängern zu wollen. «Der Verein ist mir ans Herz gewachsen», sagte der einstige Stürmer von
– unter anderen – GC, Xamax und Aarau.

Keine grossen Ambitionen 

Doch nur aus Spass an der Freude wollte Wiederkehr nicht weitermachen. Der 45-Jährige hatte sich immer wieder über die laxe Trainingseinstellung der Spieler beschwert. Er wollte ein Bekenntnis seitens des Vereins, dass in Zukunft wieder mit Nachdruck Engagement von den Akteuren eingefordert wird.

Das sei aber ausgeblieben in Anbetracht der grossen Herausforderungen auf Führungsebene nach dem Rücktritt von drei langjährigen Vorstandsmitgliedern. Wiederkehr grämt das nicht, sondern er zeigt sogar Verständnis: «Es ist keine leichte Zeit für den FCU.»

Sportlich ist der einst unbeugsame Verein – als Abstiegskandidat vier Saisons in Folge in der 2. Liga – nicht nur wegen der Umteilung in die «fremde» Gruppe 1 der 3. Liga aus dem Fokus des Interesses geraten: Zuletzt kämpfte das Team mit Abstiegssorgen.

Die sind aber nach einem Aufbäumen in den vergangenen Wochen vom Tisch. Nicht zuletzt dank der temporären Rückkehr von einstigen 2.-Liga-Helden, die heute bei den Senioren spielen. Die Limmattaler werden sich in naher Zukunft in erster Linie dem Nachwuchs widmen, wie Sandro Agosti vor einigen Wochen bereits erwähnte. Die Bildung einer A-Junioren-Equipe hat Priorität.

Typische Verdrossenheit

Andi Wiederkehr wird nach eigenem Bekunden weiterhin auf dem Chlösterli anzutreffen sein: Als Spieler bei den Senioren 40+, wo unter anderen auch Sportchef Agosti spielt, und als Zuschauer bei Partien der ersten Mannschaft.

Er fühlt sich nicht gedrängt, seine Zukunft als Trainer zu forcieren, und habe bereits zwei Angebote abgelehnt. Wiederkehr spürt die oft gehörte Verdrossenheit vieler Trainer. Die letzten drei Jahre verliefen bitter für ihn, sowohl in Würenlos als auch in Urdorf kämpfte er mit Personalengpässen. «Ich war mehr am Telefonieren und SMS schreiben als auf dem Platz. Dieses ständige Hinterherrennen ermüdet», schildert er.

Darüber hinaus wolle der Bankangestellte und Familienvater keine weiten Wege für seine Leidenschaft auf sich nehmen. «Ich kann mir nicht vorstellen, nach Rüti oder so zu fahren – mir gefällt es im Limmattal.»

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