Dietikon

Sie versetzt von Ängsten geplagte Klienten in Hypnose

Jacqueline Jost ist gelernte Lehrperson, hat sich aber schon immer für alternative Heilmethoden interessiert.

Jacqueline Jost ist gelernte Lehrperson, hat sich aber schon immer für alternative Heilmethoden interessiert.

Jacqueline Jost ist Hypnosetherapeutin und erklärt, warum der Zustand der Trance kein esoterischer Humbug ist.

Man kennt es aus diversen Fernsehshows: Zauberkünstler versetzen Zuschauer in Hypnose und lassen sie völlig verwirrt ihre Finger zählen. Auch nach mehreren Versuchen kommen die Opfer noch immer auf elf Stück und wissen partout nicht, wieso. Jacqueline Jost kann über solche Sendungen nur den Kopf schütteln. Gerade wegen solchen Fernsehauftritten hätten viele Menschen ein falsches Bild, sagt die Hypnosetherapeutin mit Praxis in Dietikon.

Dabei sei Hypnose kein esoterischer Humbug, sondern ein Vorgang, der klar messbar sei. Das Hirn produziert mehr Alphawellen, der Herzschlag und der Puls werden langsamer. «Tagträumen oder das Lesen eines guten Buches sind ebenfalls leichte Trancezustände», sagt Jost.

Dennoch mache gerade der Teil der Hypnose vielen Klienten Angst. Sie hätten die Vorstellung, willenlos zu sein. Nie würde man aber während einer Hypnose etwas sagen oder tun, was man sonst nicht machen würde. Durch Hypnose habe man aber den direkten Zugang zum Unterbewusstsein, erklärt Jost. Auch mit dem Mythos, aus einer Hypnose könne man von alleine nicht mehr erwachen, räumt die gelernte Lehrperson auf: Im schlimmsten Fall schlafe man ein und erwache dann ganz normal wieder.

Heimelige Atmosphäre

Es sind hauptsächlich Frauen, die Jost in ihrer Praxis aufsuchen. In der heimeligen Atmosphäre fühlen sie sich sofort wohl. Die Therapeutin hat ihre Räume mit viel Liebe eingerichtet und farblich alles perfekt aufeinander abgestimmt. Das sei wichtig, damit sich die Klienten wohlfühlten, so Jost. Geplagt von Ängsten, Phobien, Zweifeln oder Blockaden suchen sie die Therapeutin auf. Josts Aufgabe ist es, Vertrauen zu ihnen aufzubauen und sie über mehrere Sitzungen hinweg nach und nach von ihren Lasten zu befreien. Dabei sei es wichtig, auf jeden Menschen einzeln einzugehen. Flugangst beispielsweise bedeute nicht immer dasselbe. Bei manchen beginne der Angstzustand beim Packen des Koffers, bei anderen erst bei Betreten der Maschine.

Damit die Therapien anschlagen, sei es wichtig, dass der Wille da sei. «Die Motivation ist entscheidend. Es bringt beispielsweise nichts, wenn ein Raucher zu mir kommt, der eigentlich gar nicht aufhören will», so Jost. Viele Menschen hätten die Erwartung, sich einfach auf die Liege legen zu können und hypnotisiert zu werden. Das funktioniere aber nicht. Das Vorgespräch und die Auswertung der Hypnose seien genau so von Bedeutung.

Im Zeichen des Heilgottes

Als Logo für ihre Praxis hat die Therapeutin das Zeichen «Kanaloa» gewählt. Es stammt aus der alten Mythologie der Hawaiianer und gilt als starkes Energiesymbol. Viele Menschen verspürten Wärme oder ein Kribbeln, wenn sie das Bild betrachteten, erklärt Jost. Kanaloa sei der Gott des Heilens. Er repräsentiere das Netz des Lebens.

Für alternative Heilmethoden hat sich Jost schon immer interessiert. «Ich bin davon überzeugt, dass die Möglichkeit und Kraft zur Selbstheilung in uns liegt», sagt sie. Man habe nur den Zugang dazu manchmal nicht mehr. Durch Hypnose könne man diesen wieder finden. Es sei eine ganz andere Welt. Sie sei bunt, kreativ und voller Möglichkeiten. Das fasziniere sie daran, so Jost.

Umfrage: Würden Sie sich hypnotisieren lassen?

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