Zwar war das erste Betriebsjahr nicht kostendeckend. Der Verlust von 0,8 Millionen Franken lag aber im erwarteten Rahmen, wie Musikinsel-Leiterin Monika Gasser in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Ziel sei es, "im Durchschnitt der Jahre" ein ausgeglichenes Resultat zu erwirtschaften.

Im Bestreben um einen kostendeckenden Betrieb werden auf Anfang 2016 Betrieb und Stiftung rechtlich getrennt. Dies erlaubt es laut Mitteilung, den Betrieb effizienter zu führen. Die Stiftung werde mehr auf den Zweck der Unterstützung des musikalischen Schaffens ausgerichtet sein.

Weil die Musikinsel in erster Linie von Laienmusikerinnen und -musikern genutzt wird, sind vor allem die Wochenenden gut gebucht. Hier will man nun einen Ausgleich finden, indem vermehrt auch etwa Seminare durchgeführt werden. Schon heute stehen nicht genutzte Räume für andere als musikalische Nutzungen offen.

Vorderhand keine Konzerte

Konzerte wird es dagegen bis auf Weiteres nicht geben auf der Musikinsel. Der Aufwand dafür wäre zu gross für die Kapazitäten der kleinen Organisation, heisst es.

Die Musikinsel Rheinau wird also weiterhin für Musikerinnen und Musiker zur Verfügung stehen, die in Ruhe proben wollen. Im ersten Betriebsjahr reichte die Palette der Nutzer vom Einzelmusiker bis zum Chor mit 120 Mitgliedern. Für die Stilrichtungen gibt es keine Einschränkungen, sie reichten von Klassik bis Jodel.

Dank ihrer ruhigen Lage ist die Insel nach Angaben der Verantwortlichen nicht zuletzt auch für professionelle CD-Aufnahmen geeignet. Dies sei schon mehrmals genutzt worden.

Kloster, Psychiatrieklinik, Musikzentrum

Das ehemalige Kloster Rheinau auf einer Insel im Rhein wurde Ende des 8. Jahrhunderts eröffnet. Nach verschiedenen Nutzungen - unter anderem als psychiatrische Klinik - stand es seit Ende 2000 leer. Die Anlage gehört dem Kanton Zürich. Verschiedene Anläufe für neue Nutzungen versandeten jedoch.

2009 kam Bewegung in die Sache: Der Politiker, Unternehmer und Kunstliebhaber Christoph Blocher gründete die Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau und dotierte sie mit 20 Millionen Franken. Die Stiftung mietet einen Teil der Klosteranlage vom Kanton und betreibt darin das Musikzentrum. Präsidiert wird die Stiftung von Christoph Blocher, Vizepräsidentin ist Tochter Rahel Blocher.

Nach aufwändigen Renovationsarbeiten wurde die Musikinsel Rheinau am 25. Mai 2014 eröffnet. Sie bietet 16 Proberäume - darunter zwei grosse Säle. In 63 Zimmern stehen 133 Betten zur Verfügung. Das einstige Refektorium der Mönche dient als Speisesaal und in einer Lounge können sich die Anwesenden treffen. Hier komme es schon mal zu einer spontanen Jam Session, schreibt Gasser.