Nach einer ersten Einschätzung der Schifffahrtsgesellschaft belaufen sich die Schäden an Schiff und Steg auf über 230'000 Franken.

Die Landeanlage des Schiffstegs sei erheblich beschädigt worden, teilte die Gemeinde Küsnacht, die Eigentümerin des Stegs, am Donnerstag mit. Eine Schadenanalyse habe gezeigt, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich seien.

Bei einem der drei Anlegepfähle brach durch den heftigen Aufprall der obere Teil ab. Deshalb müsse der Pfahl bis auf eine Tiefe von rund sechs Metern unter Wasser zurückgebaut und neu erstellt werden. Zudem ist die Betonplatte des tiefer liegenden Stegs gerissen und muss ebenfalls abgebrochen und wiederhergestellt werden.

Die Gemeinde rechnet damit, dass der Schiffsteg Küsnacht frühestens Mitte Mai wieder angefahren werden kann. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Sanierungsarbeiten länger dauern, heisst es weiter.

Verletzter Koch noch im Spital

Der Koch, welcher beim Aufprall durch das heisse Öl der Fritteuse schwere Verbrennungen erlitten hat, befindet sich noch im Spital, wie die Schiffahrtsgesellschaft Zürichsee in einer Medienmitteilung schrieb. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Der Kapitän konnte am Mittwochabend das Spital bereits wieder verlassen.

Wie lange das MS Albis ausfällt sowie die Ursache des Unfalls, sei noch unklar. Beides werde zurzeit noch untersucht.

Schweres Schiffsunglück in Küsnacht

Schweres Schiffsunglück in Küsnacht

ZSG-Verwaltungsratspräsident Peter Weber zeigt sich gegenüber «TeleZüri» bestürzt. Er arbeite schon über 20 Jahre bei der Zürichsee Schiffahrtsgesellschaft, aber so ein Aufprall sei noch nie passiert.

Auch für den Direktor Roman Knecht ist der Vorfall unerklärlich. Das MS Albis sei mit über 160 Tonnen eines von drei baugleichen Schiffe, die täglich auf dem Zürichsee im unteren Seebecken verkehren - bisher immer pannenfrei.

Die "MS Albis" ist am Mittwochmittag bei der Anlegestelle Küsnacht in den Steg geprallt. Dabei wurden drei Passagiere schwer verletzt, sieben leicht. Rund ein Dutzend weitere Passagiere und Besatzungsmitglieder erlitten kleine Blessuren wie Schürfungen. An Bord des Schiffes befanden sich zum Unfallzeitpunkt 60 Personen. (sm/sda)