Ende November hatte die NZZ-Mediengruppe mitgeteilt, dass die Druckerei in Schlieren ZH aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werde. Betroffen seien maximal 125 der 184 Arbeitsplätze.

Die "Neue Zürcher Zeitung" und die "NZZ am Sonntag" würden künftig im Druckzentrum Zürich der Tamedia AG gedruckt. Das Wachstumspotenzial der NZZ-Mediengruppe liege vor allem im Digitalmarkt.

Unter den Demonstrierenden fanden sich Mitarbeitende der Druckerei, der Redaktionen von "NZZ" und "NZZ am Sonntag" sowie Vertreter von Gewerkschaften. Gemäss der Präsidentin der Personalkommission, Brigitte Hürlimann, macht die Schliessung weder betriebswirtschaftlich noch medienpolitisch Sinn.

Aufgabe der Druckerei ist "strategischer Fehler"

Die Druckerei habe volle Auftragsbücher und liefere hervorragende Qualität. Strategisch sei es ein Fehler, sich mit Haut und Haaren an die direkte Konkurrenz auszuliefern, sagte Hürlimann weiter und erntete Applaus von den Anwesenden.

Hürlimann betonte, dass sich die Redaktorinnen und Redaktoren dem Digitalbereich keineswegs verschlössen. Aber es brauche parallel dazu immer auch eine Printausgabe. Denn viele Leute wollten eine Zeitung in die Hand nehmen, die in einer "eigenen Druckerei in hervorragender Qualität" hergestellt worden sei.

CEO Veit Dengler sagte, er werde die Petition ernst nehmen und genau lesen. Im Printbereich gebe es jedoch eine einfache Milchbüchleinrechnung: "Die Druckkosten steigen, die Einnahmen sinken. Das kann nicht gut gehen."

Er trage die Verantwortung für das ganze Unternehmen, sagte Dengler weiter. Er hoffe, dass man miteinander und nicht gegeneinander eine gemeinsame Lösung finde.

Die Einstellung des Druckbetriebs in Schlieren steht unter dem Vorbehalt der Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretern. Diese haben bis Mitte Januar 2015 Gelegenheit, zu den beabsichtigten Massnahmen der Unternehmensleitung Stellung zu beziehen und Vorschläge zu erarbeiten, wie Kündigungen vermieden werden können.