Schlieren

«Ohne Freiwilligenarbeit geht in der Schweiz gar nichts» - die Stadt Schlieren bedankt sich

Mit lüpfiger Musik werden ehrenamtlichen Tätigkeiten im Stümeierhuus gewürdigt.

Rund sechzig Personen fanden sich am Donnerstagabend zum Freiwilligenanlass im Stürmeierhuus in Schlieren ein. Mit dem Begegnungsabend, der jährlich durchgeführt wird, soll den vielen Menschen gedankt werden, die in der Stadt Freiwilligenarbeit leisten. Der offizielle Tag für die Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeiten wurde von der UNO 1985 ins Leben gerufen und auf den 5. Dezember gelegt. 1986 fand die erste Austragung statt. «Die Stadt Schlieren folgte mit der Einführung dieser Tradition zwei Jahre später», erzählte Rita Kant, Mitarbeiterin der Stadtkanzlei Schlieren. Nur findet dieser eben im November statt.

Der Anlass war früher begehrter und besser besucht

Die musikalische Begleitung übernahm an diesem Abend die Musikformation «Buuremusig Schlieren». Sie holten sich wiederholten Applaus mit Bravorufen zwischendurch. «Sie spielen sehr gut und es ist eine lüpfige Musik, genauso, wie böhmisch-mährische Blasmusik eben klingen muss», sagte Besucherin Verena Bayer. Sie wohnte für viele Jahre in Schlieren, bevor sie nach Arni in den Kanton Aargau zog. Es sei schade, dass nicht mehr so viele Leute wie früher gekommen seien. «Ich bin früher oft erschienen und der Anlass war damals ein sehr gut besuchter Abend gewesen. Man fand hier im Raum fast keinen Platz mehr», erinnerte sie sich. Es folgte weitere musikalische Unterhaltung. Nach dem zweiten Stück «Fuchsgraben-Polka» des böhmischen Komponisten Karel Vacek, betrat der Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) die Bühne und richtete einige Worte an das Publikum. In seiner Ansprache hob er besonders die grosse Anzahl der freiwilligen Einsätze hervor, die im Limmattal geleistet werden. Er tat dies, indem er kürzlich publizierte Zeitungsberichte vorlas, die alle auf freiwilligem Engagement basierten. Für ihn sei besonders wichtig, dass die Freiwilligenarbeit Spass mache: «Ich hoffe, dass für die Anwesenden solche Engagements nie ein Müssen darstellen und gerne ausgeführt werden.» Auch in der Politik werde oft freiwillige Arbeit geleistet.

Junge Menschen sind bereit, sich ohne Entgelt zu engagieren

Ebenfalls vor Ort war Gemeinderatspräsident Walter Jucker (SP), der sich zwischen fünf zur Auswahl stehenden Events für diesen Anlass entschied. «Ohne Freiwilligenarbeit geht in der Schweiz gar nichts», betonte er. An allen Ecken und Vereinen werde ehrenamtlich gearbeitet. Ohne dieses Engagement würde schlicht nichts funktionieren. Oftmals sei es so, dass Anfragen für eine Tätigkeit aus dem eigenen Umfeld kommen. Er empfinde aber nicht, dass sich junge Menschen weniger engagieren würden. Im Gegenteil sei gerade im Sport viel an freiwillig geleisteter Arbeit zu beobachten. «Die Jungen mögen kurzfristige Engagements mehr, als sich langfristig für eine Sache zu verpflichten», ergänzte Bärtschiger. Der Austausch unter den Gästen erfolgte bei einem grosszügigen Apéro mit der Auswahl an kleinen Köstlichkeiten und süssen Desserts.

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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