«Das gibt es doch nicht!», war die spontane Reaktion von Nicole Hilber, als sie beim Parkplatz am Waldrand auf dem Heitersberg auf eine weggeworfene Holzkommode stiess. Gemeinsam mit ihrem Vater Albert wollte sie wie üblich ihre beiden Hunde spazieren führen. Doch bei dieser einen Kommode blieb es am vergangenen Freitagmorgen nicht: Auch im Wald selber trafen sie auf weitere Möbelstücke. «Das war mir dann zuviel», sagt Nicole Hilber. Kurz darauf informierte sie die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal.

«Alleine die Tatsache, dass sich jemand erdreistet, die Sachen in den Wald zu bringen, ist unglaublich», sagt Albert Hilber. Man lebe doch in der Schweiz, da sei es kein Problem, Möbel artgerecht zu entsorgen, fügt Nicole Hilber an. Es ist nicht das erste Mal, dass die Oberrohrdorfer auf dem Heitersberg auf Müll stossen: Auch McDonald’s-Tüten, Kondome und weiterer Kleinabfall trafen sie beim Spazieren an. «Wie gleichgültig oder geizig muss man sein, um so zu entsorgen?», fragt sich Albert Hilber.

«Möbelstücke sind Ausnahmefall»

Dass jemand Möbelstücke wegwirft, sei ein Ausnahmefall und käme eher selten vor, sagt Roland Jenni, Chef der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal. Dennoch bestätigt er, dass auf dem Heitersberg von Zeit zu Zeit Müll entsorgt wird. Revierförster Peter Muntwyler wird konkret: Rund ein- bis zweimal pro Monat komme es vor, dass man Abfall wie Bauschutt, Fernseher, Möbel oder Grüngut vorfindet. Kleinwaren wie Zigaretten oder Getränkeflaschen seien jedoch täglich Brot. «Aber es ist nicht so, dass der Heitersberg ein Abfallproblem hat», sagt Jenni.

Von Littering betroffen seien grundsätzlich alle öffentliche Zonen wie Parks, Grünanlagen, Schulhäuser oder eben der Wald. «Die Situation auf dem Heitersberg werden wir aber im Auge behalten», sagt der Polizeichef. Die Repol patrouilliert die Zone regelmässig wie andere auch, konkrete Massnahmen leitet sie jedoch nicht ein.

Trifft das Korps auf Weggeworfenes, versucht es den Sünder ausfindig zu machen. Das geschieht etwa anhand von Etiketten oder Kassenbons. Für die Entsorgung des Gutes wird grundsätzlich das Bauamt aufgeboten. Im Fall Heitersberg wurde die Holzkommode beim Parkplatz abtransportiert. Die anderen Stücke im Wald würden aber noch am Boden liegen, wie Spaziergänger Albert Hilbert sagt. Es könne sein, dass diese noch nicht ausfindig gemacht werden konnten, so Revierförster Muntwyler. «Wichtig ist es auch, genaue Angaben zum Fundort machen», fügt Roland Jenni an.

Für Muntwyler hat die Abfallentsorgung nichts mit der Bevölkerungsstruktur zu tun, sondern mit den Zufahrtsmöglichkeiten, wo man schnell und unbemerkt handeln kann. Überwachungskameras könnten zwar eine Lösung sein, sagt er. Doch vielmehr schlägt er ein Schulfach vor, das sich über Jahre hinweg mit dem Bewusstsein für die Umwelt auseinandersetzt.