Aesch

Ins «Rössli» könnte bald wieder Leben einkehren, denn es hat einen Interessenten

Bald könnte wieder eine Gastwirtschaft im «Rössli» einziehen. Aru

Bald könnte wieder eine Gastwirtschaft im «Rössli» einziehen. Aru

Mit Urs Räbsamen will ein alter Bekannter das «Rössli» kaufen und darin wieder ein Restaurant unterbringen – mithilfe der Gemeinde.

Bald könnte an der Dorfstrasse 6 in Aesch wieder Leben einkehren. Jüngst legte der Gemeinderat dar, wie ihm dies im Sinne eines attraktiven Dorflebens gelingen soll. Die ursprüngliche Idee, eine Genossenschaft aus Dorfbewohnern zu gründen, die das dort beheimatete «Rössli» gekauft und darin ein Restaurant, Wohnungen und Gewerberäume realisiert hätte, wurde wieder verworfen.

Dies, weil wohl nicht genügen Kapital hätte generiert werden können, wie der Gemeinderat mitteilte. Erst im vergangenen Mai trat Ingenieur Urs Räbsamen mit dem Vorschlag an den Gemeinderat heran, die Liegenschaft zu kaufen und nach der Sanierung ein Restaurant, Wohnungen und Gewerbe dort unterzubringen.

Ein alter Bekannter

Räbsamen ist eng mit der Gemeinde verknüpft. Nicht nur kaufte und sanierte er die Liegenschaften an der Haldenstrasse 3 und 5, wo heute die örtliche Bibliothek sowie eine Kinderkrippe eingemietet sind. Auch ist sein Ingenieurbüro mit Sitz im Stadtzürcher Kreis 4 seit Jahrzehnten mit der Planung von Tiefbauarbeiten der Gemeinde betraut.

Bei der Einweihung der Bibliothek Mitte Jahr habe er sehr viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten, sagt Räbsamen auf Anfrage. Dies habe ihn motiviert, sich noch vertiefter des Aescher Ortskerns anzunehmen. «Diesen gilt es zu pflegen, jedoch gleichzeitig auch weiterzuentwickeln», sagt er. Mit der Pflege und der Weiterentwicklung von historischen Bauten hat Räbsamen bereits viel Erfahrung.

So befinden sich mehrere Liegenschaften in seinem Besitz, die er erworben, denkmalgerecht saniert und anschliessend vermietet oder verpachtet hat. Darunter namhafte Objekte wie das Restaurant Nordbrücke in Zürich Wipkingen, der «Alte Löwe» in Zürich Oberstrass oder jüngst die Wirtschaft Zur Au beim Sihlcity.

Auf einem Infoblatt für die Bevölkerung hat der Gemeinderat nun mitgeteilt, dass Räbsamen die Liegenschaft Dorfstrasse 6 zu denselben Konditionen kaufen könnte, wie sie der Gemeinde angeboten wurden. Zudem wurde mit Räbsamen eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche die künftige Nutzung, die Parkiersituation und die Umgebungsgestaltung beinhalten.

Details stehen noch keine fest, wie Gemeindepräsident Hans Jahn auf Anfrage sagt. Bereits jetzt ist aber vorgesehen, dass die Gemeinde Räbsamen Parkierraum auf öffentlichem Grund sowie Betriebsbeiträge an die Finanzierung weiterer Parkplätze zusichert.

Konkretes werde in den kommenden Wochen ausgearbeitet und in Form einer Zusammenarbeitsvereinbarung verschriftlicht, wie Jahn weiter sagt. Dieser Vertrag werde der Gemeindeversammlung Ende November zur Genehmigung vorgelegt. Der Gemeinderat sei überzeugt, mit dieser Lösung massgeblich zu einem langfristig belebten Ortskern beizutragen.

Restaurant bleibt im Dorf

Bis vor neun Jahren war in der Rössli-Liegenschaft das gleichnamige Traditionslokal beheimatet. Dann war das Gebäude über längere Zeit zum Verkauf ausgeschrieben. Im März 2015 bekundete der Aescher Gemeinderat Interesse an der Liegenschaft.

So sollte dem Dorf langfristig ein Restaurationsbetrieb gesichert werden. Ab dem Jahr 2019 verwirkt nämlich das Nutzungsmitspracherecht, welches die Gemeinde am aktuell einzigen Restaurant «Landhus» noch hat. Schliesst dieses ab dann seine Türen, wäre die Gemeinde ganz ohne Dorfrestaurant – was der Gemeinderat seit längerem zu verhindern versucht.

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