Schulraumplanung

In Schlieren hat es keinen Platz für Dietiker Schüler

2010 mussten Schlieremer Schüler in ein Provisorium zügeln, weil das Schulhaus Zelgli aus Platzmangel renoviert wurde. Für Dietiker Schüler ist in Schlieren kein Platz.

2010 mussten Schlieremer Schüler in ein Provisorium zügeln, weil das Schulhaus Zelgli aus Platzmangel renoviert wurde. Für Dietiker Schüler ist in Schlieren kein Platz.

Schulpflege gibt SVP-Gemeinderat einen Korb – er hofft auf Umdenken.

Die Schlieremer Schulpflege will derzeit keine Dietiker Schulklassen im geplanten Schulhaus «Reitmen» aufnehmen, wie Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP) auf Anfrage erklärt. Sie reagiert damit auf ein Postulat, mit dem der Dietiker SVP-Gemeinderat Rochus Burtscher an seine Stadtregierung gelangte. Er forderte den Dietiker Stadtrat darin auf, sich darum zu bemühen, dass Oberstufenklassen aus dem östlichen Teil der Stadt vorübergehend im neuen Schlieremer Schulhaus «Reitmen» unterrichtet werden könnten (die Limmattaler Zeitung berichtete). Dietikon soll sich im Schlieremer Schulhaus, das ab 2017 bezugsbereit sein wird, «für einige Jahre» einmieten, um sich so mehr Zeit für die Planung eines eigenen Schulhauses zu verschaffen.

Den Hintergrund für Burtschers Vorstoss bildet die akute Schulraumknappheit in Dietikon. Im Herbst 2012 gelangte der Dietiker Stadtrat mit einer Vorlage vor das Stimmvolk, um Schulzimmer in einem Gebäude im Limmatfeld einzumieten. Der Vorschlag wurde mit 68 Prozent Nein-Stimmen-Anteil verworfen. Seither prüft die Stadt verschiedene Varianten, um dem Schulraumproblem zu begegnen – bisher erfolglos.

Schulhaus deckt Schlieremer Bedarf

Krebs erklärt zwar, dass es für die Schule Schlieren «generell denkbar» sei, Schüler aus Nachbargemeinden zu unterrichten, sofern die Raumverhältnisse es erlauben. Allerdings werde das neue Schulhaus für Schüler in Schlieren gebaut und sei auf die Bedürfnisse der Stadt abgestimmt. «Wir werden nach seiner Fertigstellung nicht in der Lage sein, ganze Klassen aus Dietikon zu übernehmen», so Krebs.

Burtscher will trotz dieser klar ablehnenden Haltung der Schlieremer Schulpflege noch nicht aufgeben: «Ich würde es Frau Krebs gerne schmackhaft machen, sich unseren Vorschlag nochmals zu überlegen.» Er sei davon überzeugt, dass das Schulhaus «Reitmen» in den ersten Jahren nach seiner Eröffnung noch nicht vollständig ausgelastet sein werde. «Wenn sich Dietikon in dieser Anfangsphase darin mit Schulklassen inklusive Lehrpersonen vorübergehend einmieten könnte, wäre das eine clevere Lösung für beide», so Burtscher. Doch Krebs winkt ab: «Gemäss heutigen Prognosen und in Anbetracht der Tatsache, dass wir selbst mehrere Schulprovisorien in das neue Schulhaus umquartieren müssen, ist dort voraussichtlich kein Platz für die Dietiker Oberstufenklassen.»

Falls das Parlament Burtschers Vorstoss überweist und Schlieren nicht bereit ist, auf seinen Vorschlag einzugehen, bleibt Dietikon nach Ansicht des Postulanten wenig Spielraum, um das Schulraumproblem bis zur Erstellung eines eigenen Schulhauses zu lösen: «Dann müssten wir die Klassengrössen bis auf das Maximum ausreizen», sagt er.

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