Dietikon

Hoverboards: Neue Spassfahrzeuge machen Trottoirs unsicher

Sie sind schnell, leise und trendy. Doch viele Spassfahrzeuge bergen Gefahren für Spaziergänger und sind nur auf abgesperrten Arealen erlaubt. Die SVP-Gemeinderätin Karin Dopler ist nicht zufrieden damit, wie die Stadtpolizei Dietikon mit fehlbaren Spassfahrzeug-Fahrern umgeht: Nicht alle werden verzeigt.

Sie sind schnell, leise und trendy. Doch viele Spassfahrzeuge bergen Gefahren für Spaziergänger und sind nur auf abgesperrten Arealen erlaubt. Die SVP-Gemeinderätin Karin Dopler ist nicht zufrieden damit, wie die Stadtpolizei Dietikon mit fehlbaren Spassfahrzeug-Fahrern umgeht: Nicht alle werden verzeigt.

Der Gemeinderat löcherte den Stadtrat mit 20 Fragen – ein Auszug der Antworten.

Die parlamentarische Fragestunde am Donnerstagabend startete mit einem heissen Eisen: Gemeinderat Reto Siegrist (CVP) wollte von Sozialvorstand Roger Bachmann (SVP) wissen, ob sich auch Zürcher Gemeinden von der Pflicht zur Aufnahme von Asylbewerbern befreien können – so wie es Oberwil-Lieli im Aargau tut. «Freikaufen ist im Kanton Zürich nicht möglich», antwortete Bachmann. Jede Zürcher Gemeinde nehme Asylbewerber auf.

Weiter fragte Siegrist, warum Dietikon vor allem männliche Asylsuchende zugeteilt werden. «Aufgrund der verfügbaren Räumlichkeiten ist die Unterbringung von alleinstehenden männlichen Asylsuchenden einfacher. Die Stadt bemüht sich aktiv um solche Zuweisungen, denn das braucht zum Beispiel keine schulischen Ressourcen. Bei Familien mit Kindern wäre der Betreuungsaufwand höher», so Bachmann.

Bau-Abrechnung seit 2006 pendent

Martin Romer (FDP) wollte von Hochbauvorsteherin Esther Tonini (SP) wissen, wie viele Bauabrechnungen der Stadt noch pendent sind. Ein Teil ihrer Antwort erstaunte: So ist die Bauabrechnung zum Steinmürli-Schulhaus zehn Jahre nach dem Bezug noch immer nicht abgeschlossen. Die letzte Buchung zu diesem Bau geschah vor viereinhalb Jahren, also 2011. «Es ist eine Sisyphusarbeit, wir haben den Aufwand unterschätzt», zeigte sich Tonini selbstkritisch. Ebenfall noch offen ist die Abrechnung zum Bau des Alters- und Gesundheitszentrums Ruggacker, das 2012 bezogen wurde, und zum Fondli-Freibad, das 2013 neu eröffnet wurde. In beiden Fällen fiel ein Teil der Arbeiten noch nach dem Bezug an, die letzten vor über einem Jahr.

Stapo Dietikon: mehr Toleranz mit Hoverboards als Stapo Zürich

Sorgen um die Verkehrssicherheit macht sich Karin Dopler (SVP). Sie wollte von Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) wissen, wie die Stadtpolizei damit umgeht, dass Jugendliche trotz Verbot mit sogenannten Hoverboards unterwegs sind (siehe grosses Bild). Die meisten dieser Geräte seien nicht bewilligungsfähig, bestätigte Illi. «Eigentlich dürfen diese beliebten Elektro-Spassfahrzeuge nur auf abgesperrten Arealen gebraucht werden. Wenn die Stadtpolizei Jugendliche erwischt, ermahnt sie sie und verzeigt sie beim zweiten Mal an die Jugendanwaltschaft», so Illi weiter. Im Zentrum, wo es besonders gefährlich sei, würden Fahrer von illegalen Hoverboards sofort verzeigt. Dopler kritisierte dieses Vorgehen sogleich: Die Stadt Zürich habe im Gegensatz zu Dietikon eine einheitliche Handhabung für die ganze Stadt, sie stellt häufiger Verzeigungen aus. «Das ist nicht der richtige Weg. Prävention ist sinnvoller, als gleich mit dem Hammer reinzufahren», gab Illi zurück.

Bistum Zürich soll Hauptsitz in Dietikon haben

Für Heiterkeit sorgte Peter Wettler (parteilos). Ob der Stadtrat bereit sei, sich dafür einzusetzen, dass ein künftiges Bistum Zürich seinen Hauptsitz in Dietikon hat, wollte er wissen. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) sagte: «Wir hatten noch keine Zeit, uns dem anzunehmen.» Er wolle der Diskussion im Stadtrat daher nicht vorgreifen und könne nur seiner persönlichen Meinung Ausdruck verleihen: «Natürlich begrüsse ich ein Bistum Zürich. Und ja, wieso nicht mit Sitz in Dietikon?» Zuvor verwies Müller darauf, dass Dietikon immerhin bereits Bischofssitz ist: So lebt und arbeitet der Weih- und Jugendbischof Marian Eleganti (im Bild) in Dietikon.

Weniger Flüge über Dietikon gefordert

Auch die nächste Frage von Wettler bezog sich auf Institutionen, die mit dem Himmel zu tun haben: Er fragte, ob der Stadtrat bei den entsprechenden Stellen vorstellig werden könne, damit der Überflug der von Kloten startenden Flugzeuge künftig auf Schlieren, Spreitenbach und Dietikon verteilt werde, anstatt die Maschinen «nur über Dietikon» fliegen zu lassen. «Das ist ein Anliegen des Stadtrats, das wir schon mehrmals in der konsultativen Konferenz zum Flughafen Zürich haben einfliessen lassen, zuletzt vor zwei Jahren», antwortete Otto Müller.

Schleichverkehr im Blüemliquartier wird zunehmen

Etwas langsamer geht es auf der Rüternstrasse im Blüemliquartier zu und her, wo kürzlich Tempo 30 angeordnet wurde. Reto Siegrist wollte wissen, warum die Stadt dort Tausende Franken für Verkehrsmessungen ausgibt, obwohl der Gemeinderat dort keine zusätzlichen Baumassnahmen will (weil die Stadt kürzlich trotzdem das Baugesuch dafür publizierte, reichte SVP-Fraktionspräsident Stephan Wittwer beim Bezirksrat eine Aufsichtsbeschwerde ein, siehe Limmattaler Zeitung von gestern). Müller begründete, dass man zum einen Zahlen brauche, um bei der Kantonspolizei die Anordnung von Tempo 30 verlangen zu können. Zudem werde die durch die BDWM forcierte Erstellung von Barrieren beim Knoten Bern-/Bremgartnerstrasse trotz Teilfahrverbot zu noch mehr Schleichverkehr auf der Rüternstrasse führen. Mit den Messungen wird die Stadt die Auswirkungen der Barrieren beobachten können, die sie übrigens im Planverfahren ablehnte.

Guggenbühl-Kindergarten wird rechtzeitig fertig

Roger Studer (CVP) zeigte sich besorgt darüber, ob der neue Doppel-Kindergarten Guggenbühl fristgerecht auf das neue Schuljahr betriebsbereit sein werde. Stadträtin Tonini konnte ihn beruhigen: «Laut Aussage der Bauherrin (Eisenbahngenossenschaft Dietikon) wird der Kindergarten fertig und kann den Betrieb auf Anfang Schuljahr aufnehmen. Die Umgebung des Kindergartens wird aber noch nicht fertig sein», so die Stadträtin. Die Wohnungen im neuen Kindergarten-Gebäude sind dann auf Herbst bezugsbereit.

Stadtrat will Ersatzlösung für Wohnungssubventionen

Catalina Wolf (Grüne) befragte den Stadtrat zu den über 30 Wohnungen in Dietikon, die der Bund bald nicht mehr subventionieren wird. Bei 17 Wohnungen, die der Stadt gehören und die durchschnittlich mit 140 Franken monatlich subventioniert werden, laufen die Beiträge bereits 2018 aus. Der Stadtrat werde eine sozialverträgliche Lösung suchen, sagte Stadtpräsident Otto Müller. Die letzten Wohnungen werden laut Müller ab 2024 nicht mehr mit Bundesgeldern unterstützt.

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