Lediglich drei bis fünf Minuten – so viel Zeit bleibt nach einem Herzstillstand, bis ein Defibrillator zum Einsatz kommen muss. Sonst muss mit Folgeschäden oder gar mit dem Tod der betroffenen Person gerechnet werden. «Die Suche nach Defibrillatoren-Standorten in Schlieren dauert jedoch viel zu lange», schreibt Gemeinderätin Gaby Niederer (Quartierverein) in einem Postulat, das der Stadtrat dem Gemeindeparlament an seiner Sitzung vom kommenden Montag zur Abschreibung empfiehlt.

Darin verlangt Niederer, dass Standorte von Defibrillatoren einfacher zu finden sein sollen. Sie stellte die Anfrage, nachdem vor einem Jahr ein medizinischer Notfall auf dem Schlieremer Stadtplatz stattgefunden hatte. «Anwesende haben sich gefragt, an welchem Standort der nächste Defibrillator zu finden ist.»


Private geben Zusicherung
Bereits vor vier Jahren habe der Stadtrat Abklärungen mit privaten Grundeigentümern getroffen, sich aber aufgrund der eher passiven Haltung auf die Platzierung von Defibrillatoren in und bei städtischen Liegenschaften fokussiert. Auf die erneute Nachfrage habe man jedoch von privater Seite durchweg positive und ermutigende Rückmeldungen erhalten, woraus das Projekt «20 öffentliche Defibrillatoren bis 2020» entstand. Dabei gehe es darum, dass für jeden im öffentlich-städtischen Raum auch ein Gerät auf privat zugänglichen Arealen montiert wird. «Der Zugriff soll rund um die Uhr gewährleistet werden», schreibt der Stadtrat. Bei diesen genannten Privatarealen handle es sich um das Sony-, Wagi-, Gaswerk- und Rietparkareal. Auch zu den Shoppingzentren Lilie, Parkside, Bauhaus und Wagi sei der Kontakt hergestellt worden. Die Rückmeldungen seien sehr positiv.


Städtische Anlagen, bei denen bereits ein Defibrillator vorhanden ist oder einer geplant ist, sind etwa das Stadthaus, die Stadtbibliothek, alle Quartierschulanlagen, der Stadtplatz und das Feuerwehrgebäude. «Ein während 24 Stunden zugänglicher Defibrillator soll bis 2020 zum Gebäudestandard aller städtischen Immobilien zählen.» Zudem würden Standorte wie Kirchen oder das Stürmeierhuus geprüft. Pro Gerät fallen Kosten von rund 6000 Franken an, die bis 2020 budgetiert und ausgeführt werden. Die Öffentlichkeit werde anlässlich der Meilensteine von 10 beziehungsweise 20 Geräten informiert. Zudem stellte der Lions Club Limmattal das Sponsoring eines Defibrillators in Aussicht.


Damit stellt die Stadt zwar das Vorhandensein von lebensrettenden Defibrillatoren sicher, doch müssen diese auch rasch gefunden werden. «Die Sicherstellung, dass die wenigen und aber insbesondere neu installierten Defibrillatoren auf Apps und der städtischen Website zu finden sind, liegt bei den Projektverantwortlichen.» Dem Anliegen des Postulates werde demnächst Rechnung getragen, weswegen es abgeschrieben werden könne, schreibt der Stadtrat.