An der kommenden Gemeindeversammlung vom 26. November wird der Gemeinderat diesen Posten vorstellen. Finanzvorsteher Markus Hoppler erklärt auf Anfrage, dass sich die Exekutive an einer Klausurtagung Gedanken machte, wie man etwas für das kulturelle Leben der Gemeinde machen könnte. «Seit Jahrzehnten unterstützt Uitikon Projekte im In- und Ausland jährlich mit einem halben Steuerprozent. Nun wollen wir auch den Uitikern etwas ermöglichen», so Hoppler.

Und so funktioniert es: Alle Uitiker können direkt bei der Gemeindeverwaltung eine Idee für ein Projekt deponieren. «Eine private Gartenparty kommt natürlich nicht infrage», so Hoppler. Ein Quartierfest oder eine Feuerstelle zum Beispiel bringe den Einwohnern jedoch einen Mehrwert – dies könne man unterstützen. Dazu muss jedoch noch eine Hürde überwunden werden: die Gemeindeversammlung. Hält die Exekutive die Idee für vielversprechend, erhalten die Initianten die Möglichkeit, ihre Idee der Bevölkerung zu präsentieren. Diese stimmt im Anschluss über die Geldsprechung ab. Die Realisierung obliegt der Verantwortung der Initianten, betont der Finanzvorsteher. Hoppler sieht diesem Experiment mit Spannung entgegen. «Jetzt müssen nur noch kreative Ideen für die Gemeinde eingebracht werden.»

Hört man sich in anderen Limmattaler Gemeinden um, wird klar, dass die Uitiker Massnahme einzigartig ist. Zwar können Bürger auch anderswo ihre Ideen einbringen, dass aber eigens ein solcher Budgetposten kreiert wird, ist ein Novum. Sämtliche Gemeinden haben ein offenes Ohr für Projektvorschläge ihrer Bürger. In der Regel können diese bei der Exekutive deponiert werden, diese entscheidet, ob es sich um ein unterstützenswertes Projekt handelt, das der Allgemeinheit dient.

In Birmensdorf beispielsweise kann die Exekutive jährlich über einmalige Ausgaben von 50 000 Franken entscheiden und zum Beispiel Projekte unterstützen. Wie Gemeindeschreiber Angelo Umberg erklärt, halte sich der Input der Bevölkerung aber in Grenzen.

Bergdietikon mit anderem Ansatz

Auf der anderen Seite der Limmat in Geroldswil werden ebenfalls nur wenige Projektideen an die Gemeinde herangetragen. Dabei hat der Gemeinderat hier grossen finanziellen Handlungsspielraum. Gemeindeschreiber Beat Meier erklärt, dass bis zu einem Betrag von 100 000 Franken die Exekutive über Unterstützung entscheiden könne. Höhere Summen müssen von den Stimmberechtigten bewilligt oder ins Budget des Folgejahres aufgenommen werden.

Einen anderen Ansatz wählte Bergdietikon. Mit dem Projekt «Zäme i d’Zuekunft» schuf die Gemeinde vor vier Jahren ein Gefäss für die Anliegen ihrer Bürger. Daraus entstand ein Ideenspeicher, wie Gemeindeschreiber Patrick Geissmann auf Anfrage erklärt. «Daraus werden kontinuierlich Projekte, wie beispielsweise das Aufstellen von Pausenbänkli an Wanderwegen oder die Einführung von Begabungsförderung, realisiert.»

Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik hält die Uitiker Idee zwar für originell, «das Ganze scheint mir aber auch ein wenig gesucht», sagt er. Sowohl der Gemeinderat als auch die Verwaltung seiner Gemeinde pflege einen guten Kontakt zur Bevölkerung, daher sei ein separater Budgetposten für deren Bedürfnisse nicht nötig, hält er fest. In dasselbe Horn bläst auch Oberengstringens Gemeindeschreiber Peter Menzi: «Hat ein Oberengstringer ein Anliegen, dann meldet er sich direkt beim Gemeindepräsidenten oder anderen Magistraten und deponiert dieses – ganz unkompliziert, organisch und vor allem ohne Budgetposten.»