Dietikon

Girls Days - Knaben müssen für einmal draussen bleiben

An den Dietiker «Girls Days-Kursen» bleiben Mädchen im Jugendzentrum unter sich. Besonders die Herstellung von Naturkosmetik weckt dabei ihre Neugier.

Dort, wo sich sonst eher Knaben aus Dietikon zum Töggelen oder Billiardspielen treffen, sind für einmal fünf Tische mit mobilen Kochplatten aufgestellt. Rund zehn Mädchen mischen gerade verschiedene Zutaten in ein Glas, die nach dem Erhitzen zu einer goldigen Flüssigkeit zusammenschmelzen. An einem Tisch riecht es nach Vanille und am nächsten nach Jasmin. Das Jugendzentrum erinnert mit diesen Düften an einen Seifenshop. Und die Schülerinnen scheinen dies zu geniessen: Im Rahmen der «Girls Days» basteln die Mädchen Kosmetik aus rein natürlichen Zutaten. Dabei herrscht Ausgelassenheit, denn die Mädchen bleiben unter sich, Knaben müssen für einmal draussen bleiben.

Der beliebteste Kurs

Nebst dem Naturkosmetik-Workshop stehen an den «Girls Days» auch Aktivitäten wie Zumba und Spaghettiplausch auf dem Programm. Der Kosmetik-Workshop ist aber der beliebteste im Herbstferienprogramm des Jugendzentrums. «Wir hatten so viele Anmeldungen, dass wir kurzfristig einen zweiten Kurstag eingeplant haben», sagt Vukoja, die seit diesem Sommer als Jugendbeauftragte der Stadt Dietikon tätig ist. «Hier können die Mädchen ihre Kreativität ausleben und es ist etwas sehr nützliches für das Leben.» Beigebracht wird den Mädchen etwa, welche Art von Alkohol es braucht, um die eigens hergestellten Pomaden zu konservieren oder wieso Bienenwachs eine wichtige Zutat ist. «Uns ist es ein Anliegen, dass das Bewusstsein für natürliche Produkte geweckt wird», so Vukoja. Schliesslich seien Umwelt und Nachhaltigkeit wichtige Themen – auch bei der Kosmetik.

Und die Mädchen haben grossen Spass an den natürlichen Zutaten: Sie riechen neugierig an Shea-Butter-Döschen und Jojoba-Öl. Sandra Isken bringt ihnen als angehende Naturheilpraktikerin bei, wie man die Zutaten richtig abwiegt und wann der Siedepunkt erreicht ist. «Je früher Jugendliche den Zugang zu natürlicher Kosmetik haben, desto besser», so Isken. Die Produkte seien bestimmt für jeden verträglich. «Und jeder kann sie selber machen», sagt die Naturheilpraktikerin, während sie von Tisch zu Tisch geht und schaut, wie sie den Mädchen noch wertvolle Tipps geben kann.

Schon auf YouTube gesehen

Stefania Manco und Sarah da Silva haben sich für einen Vanille-Duft entschieden, den sie behutsam in ihr Gläschen träufeln. «Wir mögen Vanille auch als Glace», sagt die 12-Jährige Stefania. Sie freue sich sehr, wenn ihr Produkt endlich fertig ist. «Auf YouTube habe ich schon einmal entdeckt, wie man selber Lipgloss herstellt», sagt die Schülerin. Leider habe es zuhause beim Ausprobieren dann aber nicht so gut geklappt wie heute im Workshop. «Es ist toll, dass wir unsere Kreationen nachhause nehmen dürfen», so die 12-Jährige. Und genau das sei das Ziel der Girls-Days, sagt die Jugendbeauftragte Marija Vukoja. «Die Selbstwirksamkeit der Mädchen soll gefördert werden. Am Schluss sollen die Mädchen staunen und stolz auf sich sein.»

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