Das politische Jahr geht in Urdorf mit einer Überraschung zu Ende: Die Gemeinde teilte am Montag mit, dass der Bauvorstand Christian Brandenberger (CVP) aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt. Der 52-Jährige hat seine Ratskollegen am 5. Dezember informiert. Am 7. Dezember gab der Bezirksrat das Okay zum Rücktritt per Ende Jahr. Ab 1. Januar übernimmt Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) interimistisch das Ressort Planung. Die Ressorts Bau und Umwelt gehen vorläufig an Werkvorstand Urs Rimensberger (parteilos).

Kandidaten können sich bis im Februar melden

Am 5. Januar soll die Ersatzwahl mit der amtlichen Publikation eingeläutet werden. Während einer Frist von 40 Tagen können Wahlvorschläge eingereicht werden, diese müssen jeweils von 15 stimmberechtigten Urdorfern unterschrieben sein. Nach der Veröffentlichung dieser Wahlvorschläge gibt es noch ein zweite Frist von 7 Tagen. Konkret sollte also bis Anfang März feststehen, wer alles kandidiert. Gibt es mehr als einen Kandidaten, findet der erste Wahlgang am 21. Mai statt. Gibt es hingegen nur einen Kandidaten, gilt dieser als in stiller Wahl gewählt. Die laufende Amtsperiode dauert bis 2018. Dann finden die nächsten Gesamterneuerungswahlen statt.

CVP sucht bereits neue Kandidaten

«Das ist ein grosser Verlust für den Gemeinderat. Ich bedaure den Entscheid von Christian Brandenberger, habe aber vollstes Verständnis dafür», sagt auf Anfrage der CVP-Ortsparteipräsident Danilo Follador. «In seiner Zeit als Bauvorstand nahm die Bautätigkeit in Urdorf zu. Er führte seine Funktion aber sehr umsichtig, seriös und bodenständig aus.» Die CVP will ihren Gemeinderatssitz halten. Dazu Präsident Follador: «Nächste Woche bespricht der Vorstand mit einer kleinen Kommission mögliche Kandidaten.» Zwar könne die CVP nicht einfach jemanden aus dem Zauberhut ziehen, sagt Follador. «Aber wir sind optimistisch, bis im Januar eine gute Kandidatur vorschlagen zu können.»

Nur die Gemeindepräsidentin holt mehr Stimmen

Zu den grösseren Projekten unter der Ägide von Brandenberger gehörten beispielsweise die Gestaltungspläne Spitzacker und Heidenkeller, das 2013 erarbeitete Gemeindeentwicklungskonzept und die Raumentwicklungsstudie zum Wirtschaftsraum Nord. Christian Brandenberger wurde am 7. März 2010 in den Gemeinderat gewählt – auf Anhieb gleich mit dem drittbesten Resultat hinter Gemeindepräsidentin Rottensteiner und Finanzvorstand Thomas Hächler (FDP). Bei seiner Wiederwahl 2014 holte Brandenberger sogar am zweitmeisten Stimmen, wiederum hinter Rottensteiner.

Brandenberger war Mitinitiant des Urdorfer Beachvolleyballfelds

Vor seiner Zeit als Gemeinderat fiel Brandenberger mit der Mitarbeit an der Planungswerkstatt zum Gebiet Fadächer auf. Zudem war er Mitinitiant des Beachvolleyballfelds im Freibad Weihermatt. Weiter war er zwölf Jahre lang im Vorstand des Volleyballclubs Kanti Limmattal, davon drei Jahre als Präsident.