Weiningen

Gemeindepräsident Mario Okle: «Das Volk will, dass es vorwärtsgeht»

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der dritten Gubriströhre kämpfte Weiningen jahrelang für die Siedlungsreparatur.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der dritten Gubriströhre kämpfte Weiningen jahrelang für die Siedlungsreparatur.

Die Stimmberechtigten sagten deutlich Ja zum neuen Rad- und Gehweg samt Gubrist-Passerelle.

Vor einer Woche bewilligte der Kantonsrat den kantonalen Beitrag in der Höhe von 5 Millionen Franken für den geplanten Autobahndeckel in Weiningen. Gestern zogen die Weininger Stimmberechtigten nach und gaben dem Gemeindebeitrag von rund 3,5 Millionen Franken für den Bau des Rad- und Fusswegs inklusive einer Passerelle über das Gubristtunnel-Portal und die Umfahrungsstrasse grünes Licht. Damit ist der Autobahn-Ausbau nun auch auf kommunaler Ebene legitimiert. Und wie: Die Weiningerinnen und Weininger stimmten dem Projekt mit 900 Ja- zu 177 Nein-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von rund 39 Prozent sehr deutlich zu.


Stolpersteine aus dem Weg

Froh über das deutliche Resultat ist alt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP), der den Abstimmungssonntag erstmals seit langer Zeit nicht im Wahlbüro verbrachte. Haug setzte sich jahrelang dafür ein, dass das Gubrist-Portal überdeckt wird. «Das Ergebnis ist sehr positiv. Mit dem Entscheid ist der Gubrist-Deckel gut aufgegleist. Es sollte keine grossen Stolpersteine mehr geben.»
Zufrieden mit dem Ergebnis zeigt sich auch der amtierende Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos). «Ich habe mich sehr gefreut, als der Stapel der Ja-Stimmen im Vergleich zu dem der Nein-Stimmen immer grösser wurde». Für ihn gehe nach dem Ja des Kantonsrats zum Gubrist-Deckel-Beitrag so eine politisch hervorragende Woche zu Ende. In dieser Deutlichkeit habe er das Resultat jedoch nicht erwartet. «Normalerweise beträgt bei Vorlagen das Stimmverhältnis 60 zu 40 Prozent. Hier sind es aber 80 zu 20 Prozent.» Der Grund für das eindeutige Abstimmungsergebnis rührt laut Okle in der sinkenden Geduld der Einwohner. «Das Dorf spürt die massiven Auswirkungen durch die Verkehrsstörungen im Gubrist tagtäglich. Nach zehn Jahren des Stillstands will das Volk, dass es vorwärtsgeht.»
Zudem glaubt der Gemeindepräsident, dass die Einwohner erkannt haben, dass das Projekt sinnvoll ist. Dies nicht nur, weil dadurch das Quartier Büel an der Grenze zu Unterengstringen besser mit dem Schulhaus Schlüechti in Weiningen verbunden werden soll, sondern auch weil das Ja zum Projekt auch ein Ja zur Siedlungsreparatur bedeutet.
Mit dem nun gesprochenen Betrag von 3,5 Millionen Franken kann nicht nur der Neubau des Rad- und Gehwegs in Angriff genommen, sondern auch die Planung für die Nutzung des Deckels angegangen werden. Dies, weil die Gemeinde nun über das kostenlose Baurecht verfügt. Dies ist ihr nach dem Ja zum Projekt durch den Kanton zugesichert. Dieser erhielt das zinsfreie Baurecht von der eigentlichen Eigentümerin des Deckels, dem Bundesamt für Strassen (Astra), weil er die Mehrkosten von fünf Millionen Franken übernimmt.


35 000 Franken Ersparnis

Hätte der Souverän sich gegen den Rad- und Gehweg samt Passerelle entschieden, hätte der Kanton sein Baurecht nur gegen einen Baurechtzins an Weiningen weitergegeben. Gemäss heutigem Stand würde sich dieser auf 2,8 Millionen Franken über 80 Jahre belaufen. Jährlich hätte das die Gemeinde gegenüber der Situation ohne Baurechtzins 35 000 Franken mehr gekostet.
Die Gemeinde beabsichtigt, auf der 100 Meter langen Überdeckung ein Feuerwehrgebäude, einen Werkhof und eine Wertstoffsammelstelle zu realisieren. Der Gemeindepräsident ist aufgrund des deutlichen Zuspruchs der Bevölkerung zum Rad- und Gehweg samt Passerelle positiv gestimmt, dass auch dieses Vorhaben Anklang finden wird. Wenn alles wie geplant läuft, dürfte der Rad- und Gehweg samt Passerelle spätestens 2023 errichtet sein und die Feuerwehr Weiningen 2025 auf dem Deckel ihr neues zu Hause finden.

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