Weiningen

Fischen will gelernt sein: «Fische sollen nicht leiden»

Angeln ist nicht gleich Angeln – am Kurs für den Sachkunde-Nachweis der Fischerei wird besonders der Tierschutz hochgehalten.

Albert Demut und Hans Matzinger sind Angler aus Leidenschaft. Beide führen im Auftrag des Schweizerischen Fischereiverbandes (SFV) sowie der Kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung die sogenannten Sana-Kurse in der Region durch: Es gilt dabei den Sachkundenachweis für die Fischerei zu erwerben. Nur so erhält man im Kanton Zürich ein Fischer-Patent. Am Samstag trafen sich rund 20 angehende Fischerinnen und Fischer im Pavillon des Quartiervereins Fahrweid, um sich in die Theorie der Fischerei zu vertiefen. Es ist das erste Mal, dass der Kurs dort stattfindet. «Früher waren wir immer in Buchs, nun sind wir wieder im Limmattal», so Demut.

Die Kursleiter sind ein eingespieltes Team: Matzinger übernimmt dabei den Lead – als ehemaliger Lehrer und Schulleiter weiss er, wie man die Teilnehmenden bei Laune hält. Demut, der sich als Fischer, Jäger und Naturschützer bezeichnet, gibt den «Sidekick»: Er bringt sich mit wissenswerten Informationen sowie spannenden Anekdoten ein, was dem Kurs eine beschwingte Note verleiht. «Wir gestalten unsere Kurse seit drei Jahren so und diese Arbeitaufteilung hat von Beginn weg bestens funktioniert «, so Demut.

Fische sollen nicht leiden

Beim Kurs stehen Lektionen wie Fisch- oder Gewässerkunde auf dem Programm. Besondere Aufmerksamkeit erfährt aber der Tierschutz. «Fische sollen nicht leiden müssen», hält Matzinger fest. Schritt für Schritt erklärt er, welche Dinge es dafür unbedingt zu beachten gilt. Das korrekte Betäuben und Töten nimmt einen hohen Stellenwert ein. Die Regeln sind klar: Mit dem Fischtöter wird dem Fisch zur Betäubung auf den Hinterkopf geschlagen, ein anschliessender rascher Schnitt durch die Kiemen sorgt für den sicheren, schnellen Tod. Fische, die nicht fangfähig sind, müssen schonend vom Haken befreit und zurück ins Wasser gesetzt werden.

Das Leitungs-Duo hält auch praktische Übungen bereit. Neben einer kurzen Einführung in das Fliegenfischen stehen entschuppte Rotfedern parat. Bevor diese zum Verzehr bereit sind, kann man lernen, wie man diese zum Kochen vorbereitet. Beim Filetieren wird der Fisch von den Kiemen aus der Länge nach halbiert, beim Ausnehmen hingegen wird der Fisch am Bauch vom Anus bis zu den Kiemen aufgeschnitten. Dann entnimmt man die Innereien und der Fisch wird ausgespült.

Fische sind Teil des Notvorrats

Demut und Matzinger gehören auch dem Fischereiverein Zürich 1883 an. Dieser wurde im namensgebenden Jahr gegründet und ist damit der älteste Verein seiner Art in der Schweiz. «Es ist uns gelungen, einen jungen Vorstand zu bestimmen», so Matzinger, dies sei wichtig für die Zukunft des Vereins. Demut erinnert daran, welch wichtige Rolle das Fischen in der Schweiz dereinst spielen könnte. «Die Fische sind quasi ein Teil unseres Notvorrats, sollten wir in eine Krise gelangen.»

Zum Abschluss des Tages wird der obligate Test geschrieben, bei dem 50 Fragen mittels Mehrfachauswahl beantwortet werden müssen – wer mehr als zehn falsche Antworten hat, fällt durch. Doch das passiert an diesem Samstag im Föhrewäldli niemandem.

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