Es war im Oktober 2011 als mit der «Free & Virgin group GmbH» eine bekannte Zürcher Konzertveranstalterin in den Konkurs fiel. Heute ist klar, dass hinter dem finanziellen Zusammenbruch auch kriminelle Machenschaften steckt.

Dabei geriet der heute 66-jährige Geschäftsführer Harry Sprenger aus Urdorf ins Visier der Behörden. Der langjährige Konzertveranstalter von Heavy-Metal-Anlässen in der Schweiz war im Sommer 2011 in die Schlagzeilen geraten, als sich das «Sonisphere-Festival» von Basel als Flop erwiesen hatte.

Laut Anklage war der Beschuldigte Sprenger bereits mehrere Jahre vor dem Konkurs in finanzielle Schieflage geraten und versuchte, seine Gruppe zu retten. Gemäss Staatsanwalt Manfred Welti auch mit illegalen Methoden zu Lasten der Urhebergesellschaft Suisa, welche mit dem Limmattaler Konzertveranstalter schon seit rund 30 Jahren zusammenarbeitete.

Laut Anklage führte Sprenger die SUISA mittels falsch gemeldeten Konzerten hinters Licht, indem er wiederholt diverse Ticket-Einnahmen arglistig verschwieg. Womit die geschädigte Gesellschaft alleine beim «Sonisphere-Festival» um über 125 000 Franken geprellt wurde.

Zudem soll sich Sprenger in Rahmen eines widerrechtlichen «in-sich-Geschäfts» ein Darlehen von über 220 000 Franken gewährt haben.

Vergebens Arglist bestritten

Der Beschuldigte und sein Verteidiger wiesen die Betrugsvorwürfe vor Gericht zurück und verneinten jegliche Arglist. Sprenger machte auch komplexe Geschäftsabläufe, Fehler und Erinnerungslücken geltend.

Allerdings ohne Erfolg, da das Gericht zum Schluss in weiten Teilen – so auch wegen mehrfachen Betrugs – zu Schuldsprüchen kam und anklagegemäss eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten festlegte. Bei einer verlängerten Probezeit von drei Jahren.

Kein leichtes Verschulden

Der Gerichtspräsident Sebastian Aeppli bezifferte den gesamten Deliktsbetrag auf rund eine halbe Million Franken und sprach von einem nicht mehr leichten Verschulden Sprengers. Der Beschuldigte habe das Vertrauen der Suisa missbraucht, erklärte er.

Der Limmattaler wurde verpflichtet, den Schaden der Privatklägerin zurückzuzahlen. Sprenger kann das Urteil anfechten und an das Obergericht weiterziehen.