Der starke Durchgangsverkehr von täglich rund 10 000 Motorfahrzeugen ist für die Bewohner der Fahrweid ein Ärgernis. Am Dienstag nun präsentierte der Kanton im Föhrewäldli rund 250 Interessierten seine Pläne für die Umlegung der Niederholzstrasse über das Kieswerk vorbei am Brockiland ins Gebiet Hardwald. Lukas Fischer vom Planungsbüro Metron stellte ergänzend die Pläne für das dadurch notwendige neue Verkehrsregime im Quartier vor. Nach diesem wird die Fahrweid zwar vom Durchgangsverkehr entlastet, jedoch nicht wie einst gefordert gänzlich von ihm verschont.

Die Ausgangslage gestaltete sich nicht ganz einfach, da die Ansprüche der betroffenen Gemeinden Weiningen und Geroldswil unterschiedlich waren. Während Weiningen eine Sperrung der Fahrweidstrasse für den Durchgangsverkehr verlangte, pochte Geroldswil auf eine direkte Anbindung an das Dietiker Stadtzentrum – via Fahrweid. Positionen, die sich gegenseitig ausschlossen.

Die Umlegung der Niederholzstrasse in Richtung Osten, hin zur Einfahrt Brockiland an der Überlandstrasse, ist eine der zentralen flankierenden Massnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Gubristtunnels wie auch des Baus der Limmattalbahn. So wird die neue Niederholzstrasse dereinst als direkter Autobahnzubringer dienen. Bereits vor rund 30 Jahren regte das zürcherische Tiefbauamt an, die Fahrweidstrasse zu sperren, bereits damals war es das Ziel, den Verkehr aus den Siedlungsgebieten herauszuholen. Neuen Aufwind erhielt die Verkehrsberuhigung des Fahrweid-Quartiers, nachdem das kantonale Amt für Verkehr eine Studie in Auftrag gegeben hatte, die Möglichkeiten für ein künftiges Verkehrsregime aufzeigen sollte. Die beiden hauptsächlich betroffenen Gemeinden – Geroldswil und Weiningen – stellten sich stets auf den Standpunkt, dass eine Verlegung der Niederholzstrasse willkommen und eine Entlastung der Fahrweid vom Durchgangsverkehr notwendig ist. Wie dies jedoch umgesetzt werden sollte, darüber war man sich nicht einig. Im September 2013 verfassten die beiden Exekutiven Stellungnahmen in den jeweiligen Gemeindepublikationen, worin sie Farbe bekannten. Aus Weiningen hiess es, dass die Fahrweidstrasse mit «sehr einschränkenden» Temporeduktionsmassnahmen ausgestattet werden sollte, sodass sie für den Schleichverkehr unattraktiv werde. Nur der Ziel- und Quellverkehr soll die Strasse noch befahren. 120 Signaturen kamen zusammenDie Geroldswiler Exekutive stellte sich derweil auf den Standpunkt, dass ein Anschluss der Gemeinde Geroldswil an Dietikon von grosser Bedeutung sei. «Umwege und emissionsträchtige Umwegfahrten müssen verhindert werden», schrieb der Gemeinderat damals. Eine direkte Verbindung an das übergeordnete Strassennetz würde das Ziel einer verkehrsberuhigten Fahrweid keineswegs konkurrenzieren, argumentierte der Gemeinderat weiter. Der Verkehr in der Fahrweid ist jedoch nicht nur in der Politik, sondern auch bei den Bewohnern ein brandheisses Thema. Im Jahr 2011 sammelte der Quartierverein Unterschriften, um der Forderung nach einer Sperrung des Quartiers für den Durchgangsverkehr Nachdruck zu verleihen. Allein aus dem Geroldswiler Teil der Fahrweid kamen rund 120 Signaturen zusammen, die dem Geroldswiler Gemeinderat übermittelt wurden. Begleitet wurden diese von der Bitte, die Pläne zur Schliessung der Fahrweidstrasse zu unterstützen.

Seit drei Dekaden wartet man auf eine Entlastung

Die Umlegung der Niederholzstrasse in Richtung Osten, hin zur Einfahrt Brockiland an der Überlandstrasse, ist eine der zentralen flankierenden Massnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Gubristtunnels wie auch des Baus der Limmattalbahn. So wird die neue Niederholzstrasse dereinst als direkter Autobahnzubringer dienen. Bereits vor rund 30 Jahren regte das zürcherische Tiefbauamt an, die Fahrweidstrasse zu sperren, bereits damals war es das Ziel, den Verkehr aus den Siedlungsgebieten herauszuholen. Neuen Aufwind erhielt die Verkehrsberuhigung des Fahrweid-Quartiers, nachdem das kantonale Amt für Verkehr eine Studie in Auftrag gegeben hatte, die Möglichkeiten für ein künftiges Verkehrsregime aufzeigen sollte. Die beiden hauptsächlich betroffenen Gemeinden – Geroldswil und Weiningen – stellten sich stets auf den Standpunkt, dass eine Verlegung der Niederholzstrasse willkommen und eine Entlastung der Fahrweid vom Durchgangsverkehr notwendig ist. Wie dies jedoch umgesetzt werden sollte, darüber war man sich nicht einig. Im September 2013 verfassten die beiden Exekutiven Stellungnahmen in den jeweiligen Gemeindepublikationen, worin sie Farbe bekannten. Aus Weiningen hiess es, dass die Fahrweidstrasse mit «sehr einschränkenden» Temporeduktionsmassnahmen ausgestattet werden sollte, sodass sie für den Schleichverkehr unattraktiv werde. Nur der Ziel- und Quellverkehr soll die Strasse noch befahren. 120 Signaturen kamen zusammenDie Geroldswiler Exekutive stellte sich derweil auf den Standpunkt, dass ein Anschluss der Gemeinde Geroldswil an Dietikon von grosser Bedeutung sei. «Umwege und emissionsträchtige Umwegfahrten müssen verhindert werden», schrieb der Gemeinderat damals. Eine direkte Verbindung an das übergeordnete Strassennetz würde das Ziel einer verkehrsberuhigten Fahrweid keineswegs konkurrenzieren, argumentierte der Gemeinderat weiter. Der Verkehr in der Fahrweid ist jedoch nicht nur in der Politik, sondern auch bei den Bewohnern ein brandheisses Thema. Im Jahr 2011 sammelte der Quartierverein Unterschriften, um der Forderung nach einer Sperrung des Quartiers für den Durchgangsverkehr Nachdruck zu verleihen. Allein aus dem Geroldswiler Teil der Fahrweid kamen rund 120 Signaturen zusammen, die dem Geroldswiler Gemeinderat übermittelt wurden. Begleitet wurden diese von der Bitte, die Pläne zur Schliessung der Fahrweidstrasse zu unterstützen.

Einbahn verhindert Abkürzung

Das neue Verkehrsregime, welches das Resultat aus den Verhandlungen der beiden Gemeinden ist, sieht nun vor, die Fahrweidstrasse weiterhin für den Durchgangsverkehr offen zu lassen. Durch die Einführung von Tempo-30-Zonen, Einbiegeverboten und Fahrbahnbushaltestellen wird das Passieren jedoch unattraktiv. Markanteste Neuerung ist der Wegfall des Verkehrskreisels bei der Limmatbrücke. Es wird dort allerdings weiterhin möglich sein, von der Überlandstrasse von beiden Richtungen in die Fahrweid einzubiegen. Dann beginnt jedoch eine Tempo-30-Zone, die sich einerseits von der Fahrweidstrasse bis zur Querstrasse erstreckt. Entlang der aktuellen Niederholzstrasse, die nach Erstellung der neuen Niederholzstrasse alte Niederholzstrasse genannt wird, gilt ebenfalls das Tempo-30-Regime bis zur Kreuzung Querstrasse. Die alte Niederholzstrasse wird so von einer Staatsstrasse zu einer Quartiererschliessungsstrasse, während die Fahrweidstrasse den Status einer Sammelstrasse beibehält. Wer künftig von der Fahrweidstrasse in die Überlandstrasse abbiegen will, der darf dies nur noch in Richtung Dietikon tun. Abbiegen in Richtung Schlieren wird verboten. Wer in diese Richtung will, muss über die neue Niederholzstrasse fahren, die von Geroldswil aus über die Limmattalstrasse erschlossen werden soll.

Dass Verkehrsteilnehmer, die von Weiningen ins Dietiker Zentrum wollen, die alte Niederholzstrasse als Abkürzung oder Schleichweg nutzen, wird verhindert. Denn auf der Höhe Querstrasse werden die letzten rund 20 Meter der alten Niederholzstrasse als Einbahnstrasse geführt, sodass der Weg über die neue Niederholzstrasse attraktiver wird.

Anpassungen gibt es auch bei den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Die Bushaltestellen Limmatbrücke, Au, Brunaustrasse und Grindlen werden zu sogenannten Fahrbahnbushaltestellen. Bei diesen halten die Busse auf der Strasse und nicht in Buchten, wodurch sie nicht von anderen Verkehrsteilnehmern überholt werden können.

«Zu weit oder nicht weit genug»

Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP), dem eine komplette Sperrung der Fahrweidstrasse für den Durchgangsverkehr vorschwebte, ist zufrieden mit dieser Lösung. «Diese Massnahmen gehen den einen nicht weit genug, den anderen gehen sie zu weit. Das ist den beiden Gemeinden klar», so Haug. Doch würden die geplanten Massnahmen die Fahrweid für den Durchgangsverkehr sicherlich unattraktiv machen, sagt er.

Der Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) erklärte, dass die zwei Gemeinden in Sachen Fahrweidstrasse verheiratet seien und sich daher auch gemeinsam auf Lösungssuche machen mussten. «Die Vorstellungen der Gemeinden lagen weit auseinander, was zu dementsprechend harten Verhandlungen führte», fügte Deplazes unumwunden an.

Terminlich ist noch vieles im Ungewissen. Urs Waldvogel, Entwicklungsingenieur vom Amt für Verkehr, gab bekannt, dass von der Volkswirtschaftsdirektion bereits ein Projektauftrag ausgelöst wurde. Somit macht sich das Tiefbauamt an die Erarbeitung eines Vorprojekts. Erst bei der Planauflage haben die Anwohner Gelegenheit, sich zu den Massnahmen zu äussern. Ergeben sich keine grösseren Verzögerungen, wäre ein Baubeginn der neuen Niederholzstrasse ab 2020 denkbar.

Das Votum einer Zuhörerin erntete Szenenapplaus, weil sie in Anbetracht des zeitlichen Horizonts vorschlug, die Lastwagen bereits früher aus dem Quartier zu Verbannen. Noch gehe dies nicht, da die Kreuzung Limmattal-/Niederholzstrasse als Ausweichstrasse für Lastwagen zu eng sei. Doch kümmere man sich darum, hielt Gemeindepräsident Haug fest.