Grosse Erleichterung bei den Rauchern im Haus für Betagte Sandbühl in Schlieren: Am Dienstag wurde der lang ersehnte Raucherraum endlich eingeweiht. CVP-Gemeinderätin Heidemarie Busch, die lange für diese Einrichtung gekämpft hatte, alt Stadtrat Röbi Welti und Sozialvorstand Christian Meier rauchten sogleich eine «Friedenspfeife» miteinander.

Und diese hatte durchaus ihre Berechtigung. Denn: Viele der betagten Raucher werden schon fast nicht mehr daran geglaubt haben, dass sie dereinst tatsächlich nicht mehr an der Kälte ihrem Laster fröhnen müssen. Busch forderte den Schlieremer Stadtrat im September 2012 in einem Postulat dazu auf, sich um eine Nachfolgelösung für den kurz davor abgeschafften Raucherraum zu bemühen. Im März 2013 wollte die Exekutive den Vorstoss vom Parlament abschreiben lassen - ohne jedoch ein Projekt für einen Raucherraum zu präsentieren. Das Parlament goutierte dies nicht und beliess das Postulat der Pendenzenliste des Stadtrats.

Doch auch beim zweiten Mal fand die Exekutive keine Lösung: Der Ausschuss Betagteneinrichtungen habe sich  «intensiv mit der Realisierung eines Raucherraums» auseinandergesetzt, erklärte der Stadtrat in seinem erneuten Abschreibungsantrag. Er habe verschiedene Varianten geprüft sowie deren Vor- und Nachteile abgewägt. «Im bestehenden Gebäude sind die Möglichkeiten jedoch sehr beschränkt und nur mit grossem Aufwand und zum Teil Ertragseinbussen vernünftig zu lösen», liess er die Postulantin wissen.

Bei der darauffolgenden Parlamentssitzug forderte Busch ihre Ratskollegen dazu auf, die Abschreibung des Vorstosses erneut abzulehnen: «Auch wenn eine gute Lösung etwas kostet, soll sie realisiert werden. Ich bitte um Ihre Empathie für die alten Leute», sagte sie damals. Die grosse Mehrheit der Voten aus dem Parlament stiessen ins Horn der Postulantin. Verschiedene Lösungsvorschläge wurden diskutiert. Insgesamt wurde die Haltung spürbar, dass den Senioren das Rauchen an einem warmen, gemütlichen Ort möglich sein soll. Das Parlament beschloss schliesslich, dass der damalige Sozialvorstand Welti nochmals über die Bücher gehen muss. Nun, mehr als ein Jahr später konnte er den Raucherraum gemeinsam mit Busch und Meier, seinem Nachfolger im Ressort Alter und Soziales, eröffnen. "Nun müssen Raucher wenigstens nicht mehr sterben, weil sie erfrieren", sagte eine sichtlich zufriedene Heidemarie Busch und teilte sich mit Welti und Meier ein Pfeifchen. Die Erstellung des Raucherraums neben dem Aufenthaltsraum des Personals kostete die Stadt insgesamt 75 000 Franken.