Die neue Tramlinie sei die logische Fortsetzung des Trams Zürich-West, sagte die neue Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Zürich-West sei ein Boomquartier, in dem bald 50'000 Menschen lebten und arbeiteten. In den öffentlichen Verkehr in diesem Gebiet zu investieren, sei deshalb nachhaltig und notwendig.

Die Tramverbindung schlage eine Brücke zwischen zwei boomenden Stadtteilen, stellte die Regierungsrätin fest. Der Tramanschluss an den wichtigen S-Bahnhof Hardbrücke, über den 11 S-Bahn-Linien führen, verbinde die Quartiere optimal mit dem Rest des Kantons.

Die Tramstrecke verbindet den Hardplatz über einen Teil der Hardbrücke mit den Gleisen des Trams Zürich-West bei der Haltestelle Schiffbau. Die Trams der Linie 8, die heute am Hardplatz wenden, können so künftig über den Escher-Wyss-Platz ins Werdhölzli weiter geführt werden.

Damit werden direkte Verbindungen zwischen den Quartieren Aussersihl und Zürich-West geschaffen. Zudem wird der Bahnhof Hardbrücke in das städtische Tramnetz eingebunden.

Auf der Hardbrücke verkehren die Trams auf zwei Fahrpuren, die vom Individualverkehr abgetrennt sind. Die Trams müssen jedoch in jeder Richtung einmal die Strasse queren, um auf die Auf- und Abfahrtsrampen zu gelangen.

Tramverbindung Hardbrücke

Tramverbindung Hardbrücke

Die Tramverbindung Hardbrücke, ein Projekt von Stadt und Kanton Zürich, ist ein wichtiges und zentrales Element in der Netzentwicklungsstrategie der Verkehrsbetriebe Zürich. Die geplante Neubaustrecke verbindet den Hardplatz über einen Teil der Hardbrücke mit den Gleisen des Tram Zürich-West bei der Haltestelle Schiffbau – ein kleiner Abschnitt mit grossem Netznutzen. Die Linie 8 kann über den Escher-Wyss-Platz ins Werdhölzli verlängert werden und schafft so direkte Verbindungen zwischen den Quartieren Aussersihl und Zürich-West. Das Zürcher Tramnetz wird ausserdem optimal mit dem Bahnhof Hardbrücke verknüpft. Die Tramverbindung Hardbrücke ermöglicht damit cleveres Vorwärtskommen innerhalb der Stadt und ins ganze Kantonsgebiet, für Beruf und Freizeit.

Kleiner Abschnitt mit grosser Wirkung

FDP-Stadtrat Andres Türler wies darauf hin, dass erstmals eine Tramlinie über das SBB-Gleisfeld geführt wird. Damit könne der HB Zürich entlastet werden. Es sei ein "kleiner Abschnitt mit grosser Wirkung" und ein wichtiges Element in der VBZ-Netzentwicklung, erklärte der Vorsteher der Industriellen Betriebe.

Aufgrund der dynamischen Siedlungsentwicklung in Zürich-West und des stetig zunehmenden Pendlerverkehrs werde das Passagieraufkommen am Bahnhof Hardbrücke weiter zunehmen, sagte Türler. Heute steigen täglich knapp 50'000 Personen ein und aus. Damit ist der Bahnhof Hardbrücke der fünftgrösste im Kanton Zürich und der zwölftgrösste der Schweiz.

Geplante Tram-Linienführung nach Inbetriebnahme des Trams über die Hardbrücke

Geplante Tram-Linienführung nach Inbetriebnahme des Trams über die Hardbrücke

Zwei markante Kuben auf der Brücke

Mit der neuen Tramlinie baut die Stadt auf der Hardbrücke über dem Bahnhof Hardbrücke zwei Kuben aus silberfarbenem Lochblech, damit die Pendler trockenen Fusses vom Tram auf die Bahn umsteigen können. "So billig sei die SBB noch nie zu einer neuen Bahnhofhalle gekommen", meinte FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger.

Die SBB habe wie die Stadt und der Kanton Zürich das gleiche Ziel, betonte Markus Geyer, der stellvertretende Leiter Infrastruktur. "Wir wollen eine attraktive ÖV-Drehscheibe anbieten." Deshalb werde die Infrastruktur angepasst. "Der Bahnhof wird aufgewertet, der stufenfreie Einstieg realisiert, es gibt grosszügigere Zugänge und eine bessere Verteilung der Reisenden auf dem Mittelperron.

Bis das Tram im Dezember über die Hardbrücke fahren kann, sind umfangreiche Bauarbeiten nötig. Als erstes wird neben dem Prime-Tower eine dritte Rampe auf die Hardbrücke gebaut. Anschliessend wird auf der gegenüberliegenden Seite die bestehende Pfingstweidrampe abgerissen und durch eine neue Rampe für das Tram ersetzt.

Gleichzeitig beginnen auch die Arbeiten auf dem Hardplatz. Dieser wird mit einem Shop und einem Zürich-WC ergänzt. Die Trottoirs und Velospuren auf der Hardbrücke bleiben, wie sie heute sind. Und auch die Veloabstellplätze bleiben erhalten.

Kanton zahlt am meisten

Die Gesamtkosten für die Tramverbindung betragen rund 130 Millionen Franken. Davon übernehmen der Bund aus dem Agglomerationsfonds 35 Prozent oder rund 45 Millionen Franken, der Kanton 76,4 Millionen und die Stadt 7,8 Millionen Franken. Die Stadt finanziert zudem Werkleitungen und den Kiosk mit 7,2 Millionen Franken. Die SBB investiert rund 9 Millionen Franken in Verbesserungsmassnahmen am Mittelperron.

Die Stimmberechtigten hatten dem kantonalen Beitrag im November 2014 mit einer Ja-Mehrheit von 66 Prozent gutgeheissen. Abstimmen musste das Volks, weil die SVP das Kantonsratsreferendum ergriffen hatte. Das Zürcher Stadtparlament hatte dem Kostenanteil der Stadt bereits im März 2013 zugestimmt.