Schon Agatha Christie wusste, dass ein edles Dinner einen Mord nicht ausschliessen muss. So geschehen etwa in ihren Romanen «Dreizehn bei Tisch» oder «Und dann gabs keines mehr». Der Film-Klassiker «Eine Leiche zum Dessert» trieb dieses Spiel zwischen Gaumenfreude und Totenblässe auf die Spitze. Ein Erfolgsgarant also unter vielen Krimi-Fans, die längst nicht mehr nur beobachten, sondern auch aktiv im Geschehen dabei sein wollen. Angebote wie etwa «Mystery Weekends» erfreuen sich deshalb so grosser Beliebtheit bei Hobby-Detektiven.

Das weiss auch Peter Denlo, Leiter der Theatergruppe DinnerKrimi, der diesem Konzept folgt. Wenn nicht für ein Wochenende, dann können mordlustige Fans zumindest für einen Abend sich in einem Thriller wähnen – und dabei verköstigt werden. Gäste und Schauspieler vermischen sich in einem DinnerKrimi bereits beim Apéro und oft schon zur Vorspeise ist ein erstes Opfer zu beklagen.

Die Favoritin wird ermordert

Denlo ist mit dieser Art der Unterhaltung bereits seit über acht Jahren unterwegs. Diverse Krimis und noch mehr Speisekarten sorgten bislang für leckeren Schauer. In Zürich quartiert sich die Theatergruppe, bestehend aus vier Schauspielern, regelmässig im Hotel Krone Unterstrass ein – ein ideales Ambiente, um zu dinieren - und zu morden. Ganz so todernst geht es beim DinnerKrimi allerdings nie zu und her, denn Lacher sind vorprogrammiert.

Das Stück, das dort bis Ende Jahr noch fünfmal aufgeführt wird, das nächste Mal am 23. Oktober, nennt sich «Das Killer-Casting», darin werden die Gäste zu Kandidaten eines Gesangswettbewerbs und alle wollen natürlich gewinnen. Aber andere Bewerber kämpfen mit härteren Bandagen. Wenn die Publikumsfavoritin einem Mord zum Opfer fällt, fürchten Jury und Kandidaten um ihr Leben. In dieser hitzigen Situation gibt es selbstverständlich ein 4-Gang-Menü zur Beruhigung, um den Täter später wohlgenährt zu enttarnen.