Virtual Reality

Die Limmatstadt AG zieht nach einem Jahr Bilanz: Das 3D-Modell wird rege genutzt, aber es gibt noch Luft nach oben

Das 3D-Modell der Limmatstadt AG führt einem die Zukunft der Region vor Augen.

Das 3D-Modell der Limmatstadt AG führt einem die Zukunft der Region vor Augen.

Das 3D-Modell der Standortförderung Limmatstadt AG befindet sich in der Etablierungsphase. Vereinzelt gibt es Änderungswünsche. Zum Beispiel soll die Benutzerfreundlichkeit verbessert werden.

Eine virtuelle Sicht auf das Limmattal von morgen ermöglicht das digitale 3D-Modell der regionalen Standortförderung Limmatstadt AG. Seit einem Jahr ist die Software für jedermann zugänglich. Die Euphorie bei der öffentlichen Lancierung an der letztjährigen Generalversammlung Limmatstadt AG war gross. Das Limmattal spielt mit dem ersten 3D-Modell eine Pionierrolle. Nach einem erfolgreichen Jahr räumt Jasmina Ritz, Geschäftsführerin der Limmatstadt AG aber auch ein, dass es noch Hürden zu meistern gibt. «An der Benutzerfreundlichkeit müssen wir arbeiten, noch ist die Eintrittsschwelle zu hoch, damit sich ein Laie selbstständig zurecht findet», sagt sie. Zudem müsse man regelmässig darauf aufmerksam machen, dass das Stadtmodell zur Verfügung stehe. «Das Potenzial ist gross. Dass viele Gemeinden das Modell bereits nutzen, bestätigt das», sagt Ritz.

Aktuell sind rund 20 Projekte im Stadtmodell öffentlich einsehbar. Neu dazu gekommen ist kürzlich die kantonsübergreifende Veloschnellroute. Die Verlängerung der Limmattalbahn bis Baden steht noch bevor. «Es zeigt sich, dass die Plattform vor allem für die visuelle Darstellung von öffentlichen Projekten einen Mehrwert bietet. Privatpersonen nutzen das Modell mehr für eine virtuelle Entdeckungstour», sagt Ritz. Anstatt sich über Pläne und Papiere zu beugen, fliegt man virtuell über das Limmattal und wirft einen Blick in die Zukunft. So sieht man etwa, was für Projekte in der Region entstehen oder wie sich ein neues Bauvorhaben in das Landschaftsbild einfügt. Die Zürcher Firma Raumgleiter hatte das 3D-Modell in anderthalb Jahren entwickelt. Ein Novum ist, dass als Basis die Daten von Google dienen. Das Projekt wurde von der Metropolitankonferenz Zürich 2017 als eines von drei Projekten ausgewählt und mit 150 000 Franken unterstützt.

Eine weitere Hürde besteht auch darin, dass die Daten von Google nur über das Betriebssystem Windows laufen. «Wir arbeiten daran, das Modell mit anderen Daten zu ergänzen», sagt Matthias Knuser, Geschäftsführer von Raumgleiter. Das sei nötig, um das Modell auf einem Apple-Gerät nutzen zu können. Als Alternative stünden die Geodaten vom Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) zur Verfügung. Diese seien zwar genauer, aber dafür abstrakter und man tauche weniger in eine fotorealistische Welt wie bei Google ein. Die Daten von Google werden bisweilen mit eigenen Drohnenbilder ergänzt. «Manchmal wünscht man sich eine detailliertere Aufnahme, oder die Bilder von Google sind nicht auf dem neuesten Stand» sagt er. Die Arbeit an einem solchen 3D-Modell sei nie abgeschlossen. Man könne es laufend verbessern. «Wir erhalten vermehrt Anfragen von anderen Regionen, die ein ähnliches Modell etablieren wollen», sagt er.

Virtuelle Projekte sind zur Realität geworden

«Wir suchten nach Lösungen, um die gesamte Region, die sich stark verändert, sichtbar und erlebbar zu machen», sagt Ritz. Diese Idee habe sie umgetrieben und wurde anschliessend mit dem 3D-Modell verwirklicht. Der Platz im Schlieremer Zentrum mit der roten Überdachung etwa wurde einst virtuell dargestellt und ist heute Realität geworden. Ein Schlüsselerlebnis sei für sie gewesen, als sie mit mithilfe der Virtual Reality-Brille die Strecke der Limmattalbahn abfuhr. «Der virtuelle Flug lässt einem die Dynamik in der Region erkennen und zeigt auf, wie verwoben die Projekte sind.» Es zeige die Dimensionen auf und macht es leichter, den Blick über die politischen Grenzen zu heben und die Region als ein Ganzes zu begreifen.

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