«Mit Pauken und Trompeten» – so der treffende Name der vierteiligen Dokumentationssendung des Schweizer Fernsehens. Darin heften sich die Filmer vier Vertretern von Musikvereinen aus den vier Sprachregionen an die Fersen und begleiten sie bei den Vorbereitungen für das eidgenössische Musikfest in Montreux, das am 10. Juni beginnt. Die 22-jährige Clélia, eine Kornettistin aus Saxon, ist die Protagonistin aus dem Welschland, der 45-jährige Mirco aus Mendrisio spielt Pauke und repräsentiert das Tessin, die rätoromanische Schweiz ist durch den Bassisten Gion Peter, 54-jährig, vertreten. Das Gesicht der Deutschschweizer Blasmusik stellt die Harmonie Schlieren mit der Querflötistin Fiona Stiefel.

Video: Trailer zum SRF-Dok-Film

Die 26-Jährige wohnt in Dietikon, ist Lehrerin im Schlieremer Schulhaus Hofacker und Tochter von Stadträtin Manuela Stiefel. Seit Januar wurde sie fünf Mal von einem Team des Schweizer Fernsehens begleitet: beim Unterrichten in der Schule, beim Nachtessen mit ihrer Mitbewohnerin und natürlich bei den Proben der Harmonie. «Der Regisseur schaute, dass möglichst viele Lebensbereiche abgedeckt sind», sagt Stiefel. Zwar habe sie sich anfänglich gefragt, ob sie so viel Medienpräsenz überhaupt wolle. «Doch steht bei ‹Mit Pauken und Trompeten› eindeutig die Musik im Mittelpunkt, von meinem Privatleben gebe ich nur sehr wenig Preis», sagt sie. Nun, da der Ausstrahlungstermin näher und näherrücke, steige ihre Nervosität ein wenig. «Weil der Trailer derzeit im Fernsehen läuft, sprechen mich bereits die ersten Leute auf die Sendung an. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig.»

Die Macher zeigten Stiefel bereits die Rohfassung der ersten Sendung vom Samstag – sie dauert eine halbe Stunde und wird um 18.50 Uhr ausgestrahlt. Mit dem Ergebnis ist sie zufrieden: «Ich hoffe lediglich, dass das Korps und ich beim Zuschauer authentisch rüberkommen und so einen guten Eindruck hinterlassen werden», sagt sie. Denn es liege ihr sehr am Herzen, den Verein gut zu repräsentieren. «Das Vertrauen in den Regisseur ist sehr gross, daher denke ich, dass ein stimmiges Endprodukt entstehen wird.»

Ausserordentliche Chance

Auch Vereinspräsident Marco Lucchinetti glaubt, dass Stiefel eine gute Visitenkarte der Harmonie Schlieren abgibt. Zwar komme der gesamte Verein im Film vor, doch sei Stiefel ganz klar die Hauptperson. «Wir freuen uns ausserordentlich über diese Chance, die das SRF bietet», sagt er. «Gemeinsam mit dem Regisseur führten wir im vergangenen Dezember Vorgespräche mit mehreren Vereinsmitgliedern, die infrage kamen», so Lucchinetti. Ziel des SRF sei es gewesen, die vier jeweiligen Protagnisten der Sprachregionen so zu wählen, dass eine grosse Spannbreite bezüglich der Charaktere und der Lebenssituation gezeigt werden könne. «Die Wahl fiel wohl auf Fiona Stiefel, weil sie gut ins Gesamtkonzept der Sendung passt», so Lucchinetti.

Noch sind jedoch nicht alle vier Sendungen im Kasten: Am 10. Juni wird das Filmteam die Harmonie Schlieren nach Montreux begleiten. «Dass der Musikverein seinen Auftritt am ersten Festwochenende hat, war ein Kriterium, um für die Dok-Teilnahme infrage zu kommen», sagt Stiefel. So wolle das Schweizer Fernsehen die letzte Episode der vierteiligen Reihe eine Woche nach dem Ende des Musikfestes am 25. Juni ausstrahlen. «Hätte ein porträtierter Verein seinen Auftritt am zweiten Festwochenende, würde es für die Filmer wohl zu knapp.»

«Unbesiegbar» in Montreux

Bezüglich des Auftritts in Montreux sind sich Stiefel und Lucchinetti einig: Beide erhoffen sich für ihren Musikverein einen Platz in der vorderen Hälfte des Teilnehmerfeldes: Die Harmonie tritt in der ersten Stärkeklasse an. «In einem Probewochenende übten wir die beiden Stücke intensiv», sagt Stiefel. Nun gelte es, noch an den Details zu feilen: «Wichtig ist, dass wir vor Publikum spielen, damit wir beim Musikfest besser mit der Nervosität umgehen können», ergänzt sie. Das Aufgabenstück «La Corrida de Toros», das alle Musikvereine derselben Kategorie vortragen werden, wurde erst vor acht Wochen bekannt gegeben: «Es ist ein sehr schwieriger Titel und wir sind gespannt, wie die anderen Musiken diese Herausforderung angehen werden.» Beim selbst gewählten Stück – es trägt den Titel «Invictus» (deutsch: unbesiegbar) – fühle man sich sicherer.

Nur rund alle fünf Jahre findet das eidgenössische Musikfest statt, Austragungsort ist jeweils eine andere Schweizer Stadt. Die Harmonie Schlieren ist nicht der einzige Limmattaler Beitrag: Auch die Harmonie Urdorf und die Stadtjugendmusik Dietikon nehmen am Wettbewerb teil.