Oberengstringen

Die Feuerwehr zeigt zum letzten Mal, was sie drauf hat

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Der Spass bleibt bei der Übung auch nicht auf der Strecke.

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Die Hauptübung am Samstag war eine Dernière. Denn mit dem Jahreswechsel werden die Feuerwehren Ober- und Unterengstringen zusammengelegt.

Vom Dach des Rohbaus an der Sonnenbergstrasse steigt eine Rauchsäule auf. Hilfeschreie sind von oben zu hören. Olivier Béguin, Kommandant der Feuerwehr Oberengstringen, und seine 33 Feuerwehrleute standen bei der Hauptübung am Samstag vor einer vertrackten Situation: Sechs Bauarbeiter waren unter der Last eines Krans eingeklemmt worden. Zudem war eine Mulde in Brand geraten. Doch wie immer fanden die Einsatzkräfte eine Lösung. Und dies, unter widrigen Bedingungen: Trotz der Sonne herrschten nur wenige Grad über Null. Ein ums andere Mal stürmten die Feuerwehrleute empor zum Dach. Schläuche wurden durch das Gerüst gefädelt und Verletzte auf Bahren mit der Drehleiter nach unten transportiert. Bei diesem Anblick lief unsereins am Boden nicht nur der Kälte wegen ein Schauer über den Rücken. Gegen Ende hatten die Temperaturen das zahlreich erschienene Publikum um die Hälfte dezimiert.


Der stellvertretende Kommandant Peter Knuchel sprach seinen Kollegen ein «grosses Kompliment» aus. Zwar hätten er und Ausbildner Daniel Aerne sich vorgestellt, dass der Einsatz von der linken Seite des Baus aus geführt wird. «Aber andersrum geht es natürlich auch.» Auch Einsatzleiter Béguin ist zufrieden: «Es ist gut gelaufen, aber der Einsatz braucht halt seine Zeit.» Jene Zuschauer, die bis zum Schluss der Übung ausgeharrt hatten, wurden mit einem Apéro belohnt.


Béguins letzte Übung
Mit dem Jahreswechsel werden die Feuerwehren von Ober- und Unterengstringen zur Feuerwehr Engstringen zusammengelegt. Zudem wird Olivier Béguin sein Kommando an Daniel Schwab abgeben. Seine letzte Hauptübung erlebte Béguin mit gemischten Gefühlen: «Im Augenblick habe ich noch genug Adrenalin, um ruhig zu bleiben. Doch ich kann mir vorstellen, dass ich, während der Feier, emotional werde. 27 Jahre bei der Feuerwehr, das hinterlässt Spuren.» Ab nächstem Jahr werde er wie die anderen Ehemaligen unten stehen, fachsimpeln und am Abend gut essen gehen, sagte er und lachte.

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