Es ist das attraktivste unbebaute Stück Land im Dietiker Zentrum, doch bisher stehen darauf nur Autos: Die Rede ist vom Park-and-Rail-Areal beim Bahnhof. Bereits im Jahr 2012 hatte der Dietiker Gemeinderat beschlossen, das Areal einzuzonen, damit die SBB die Fläche in Zukunft bebauen könnten.

Weil die gut 160 Park-and-Rail-Parkplätze zwischen den Gleisen und der Weiningerstrasse gut genutzt werden – tagsüber sind oft alle Parkfelder besetzt –, wollten Stadt- und Gemeinderat sicherstellen, dass die vielen Pendler ihre Autos auch in Zukunft dort abstellen können.

Der Gemeinderat hielt darum 2012 fest, dass die SBB bei einem Neubau mindestens die gleiche Zahl Parkplätze beibehalten müssen, zum Beispiel in einer zu erstellenden Tiefgarage. Für ihr Neubauprojekt müssten die SBB einen Gestaltungsplan erstellen.

Die Anforderungen an den Gestaltungsplan wollten die Politiker in einem neuen Artikel der Dietiker Bauordnung festlegen: in Artikel 26g. Dieser Passus wurde 2012 vom Gemeinderat und 2013 von der kantonalen Baudirektion genehmigt. Somit war er reif dafür, endgültig in der Bauordnung zu stehen. Doch bis heute ist das immer noch nicht der Fall.

Die Bauordnung – sie lässt sich auf der Website der Stadt unter «Reglemente» herunterladen – ist eine der wichtigsten Vorschriftssammlungen. Architekten, Baufirmen, Politiker: Viele Personen sind darauf angewiesen.

Doch niemand hatte bemerkt, dass der 2012 demokratisch beschlossene Artikel 26g im Reglement fehlt. Auf eine Anfrage der Limmattaler Zeitung hin hat sich nun herausgestellt, dass es im Stadthaus schlicht unterging, das korrekte Reglement mit dem Artikel 26g online zu stellen. Es ist also zum Glück nicht so, dass sich die Behörden über den Entscheid der Politik hinwegsetzten.

Dem Bausekretär der Stadt Dietikon, Beat Frischknecht, fiel daraufhin auf, dass die Bauordnung auch andere Fehler enthält, die vor allem darstellerischer Natur sind. Die interne Bauordnung, die im Stadthaus kursiert, sei aber bereits auf dem neusten Stand. Bis nächste Woche soll das richtige Reglement für die Öffentlichkeit zugänglich sein; auf der Website der Stadt.

SBB machen Bauprojekt-Studie

Doch zurück zu den 160 Bahnhofparkplätzen, die langfristig wohl im Erdboden verschwinden werden: Container der Firma Siemens blockieren zurzeit acht dieser Parkfelder. Die SBB sagen auf Anfrage, dass die Container im Auftrag der SBB-Abteilung Infrastruktur dort stehen.

Denn Siemens rüstet gerade schweizweit die Signalsysteme der SBB auf. Noch bis 7. Mai sind die Container in Dietikon, danach werden sie an einem anderen Bahnhof stehen. Zu ihren Plänen, die Parkplatz-Fläche zu bebauen, äussern sich die SBB auf Anfrage wie folgt: «Die Weiterentwicklung des betreffenden Areals befindet sich derzeit in der Studienphase.»