43 Minuten 34 Sekunden, diese Zahlen gehen in die Geschichte ein, denn: Niemals zuvor liess uns der Böögg so lange auf den Knall warten. Damit steht uns nach Volksmund ein unglaublich miserabler Sommer bevor - der schlechteste, den wir jemals hatten. Selbst die 40-minütige Rekordmarke von 1970 hat der quälend langsame Feuertod gestern übertroffen.

Als der Kopf des Bööggs zum Schluss dann auch noch vor der Explosion vom brennenden Scheiterhaufen fiel und erst am Boden endlich der erlösende Knall ertönte, schien ein schlechtes Omen garantiert.

Schlechtes Wetter war schuld

Entgegen des Böögs-Aberglaubens hängt die Brennzeit jedoch weniger von der Anzahl prognostizierten Sommertage ab, sondern vielmehr vom Aufbau des Scheiterhaufens, der Feuchtigkeit des verwendeten Holzes und dem jeweiligen Wetter am Tag des Sechseläutens ab.

Auch Zünfter Lukas Meier, der zum ersten Mal den Böögg konstruierte, gibt dem Wetter die Schuld, wie er im Interview mit «TeleZüri» sagte. Das Feuer habe aufgrund des Regens sehr lange gedauert. Dennoch freue er sich über den Hauptknaller, als er denn endlich kam und die klare Zeitangabe, die sie dadurch erhalten haben.

Ausserdem glaube er nicht, dass der Sommer  - im Anbetracht des gefallenen Kopfes - nun doppelt schlecht werde. Im Gegenteil: Der Regen am Sechseläuten sei Grund für einen schönen Sommer.

Einfluss von Niederschlag und Temperatur

Datenanalytischer Ansatz zu Böögg-Verbrennung

Die Datenanalyse von Thomas Ebermann untersucht, ob Niederschlag und Brennzeit sowie Temperatur und Brennzeit zusammenhängen. Trotz Ausreisser findet er zweierlei Korrelationen: Einereseits deutet ein positiver Zusammenhang zwischen Temperatur und Brennzeit darauf hin, dass der Böögg umso schneller brennt, je höher die Temperaturen sind. Andererseits besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Niederschlag und Brennzeit: Je mehr Niederschlag, desto schlechter brennt der Böögg.

Was den Ansatz erschwert, ist, dass nur das monatliche Mittel von Niederschlag und Temperatur in die Berechnung miteinbezogen wurden, anstelle des exakten Tages, an dem das Sechseläuten stattgefunden hat. Ausserdem wurden auch keine Störrfaktoren wie Brandbeschleuniger berücksichtigt, welche die Veranstalter nutzen, um den Verbrennungsprozess zu beschleunigen. Dadurch können Ergebnisse verzerrt werden.