Zunächst die Vorgeschichte: In der Saison 2009 spielten meine Schwester und ich zusammen. Im ersten Spiel gegen Thalwil passte sie zu mir in die Verteidigung zurück, ich schoss einfach mal drauf und traf ins Tor. Erst wusste ich gar nicht, was passiert war. Die Kolleginnen stürmten auf mich zu – im ersten Moment wollte ich davonrennen. Dass ich den Assist von meiner Schwester erhalten hatte, war einfach mega für uns; das «Künzli-Tor» war geboren.

Ein Jahr später spielten wir gegen Galatasaray. Die Vorzeichen waren nicht gut, wir hatten ein Drama in der Mannschaft erlebt: Unser Trainer und unsere Torhüterin waren gespickt worden. Wir liessen uns nichts anmerken, zeigten ein Riesenspiel, und gewannen mit 9:0. Mir gelangen dabei gleich zwei «Künzli-Tore»! Beim ersten war ich diesmal zunächst die Einzige, die jubelte, weil die anderen nicht wussten, was los war.

Trotz dieser Tore will ich nicht mehr in der Offensive spielen, wie damals, als ich begonnen hatte mit dem Fussball. Ich liebe es einfach, in der Verteidigung zu sein, da ist meine Position. Meine Schusskraft kommt mir ja auch dort zugute. Bei Ecken gehe ich auch gern mit nach vorn – solange ich sie nicht selbst schiessen muss.

Aufgezeichnet von: Raphael Biermayr

In der Rubrik «Spiel des Lebens» erzählen Persönlichkeiten aus der regionalen Sportszene von ihrem denkwürdigsten Sportereignis. Heute: Chantal Künzli (23) vom FC Dietikon. Sie würde sich freuen, wenn sich Spielerinnen ab 16 Jahren dem 4.-Liga-Team anschliessen würden..