Besitzer von Büroflächen im Limmattal haben Mühe, ihre Objekte loszuwerden. Daher sinken im Bezirk Dietikon die Preise für Gewerbe- und Büroflächen. Dies lässt sich aus dem aktuellen Immo-Monitoring-Bericht des Immobilienberaters Wüest & Partner entnehmen. Ein Blick in die anderen Regionen des Kantons Zürich zeigt jedoch, dass es derzeit lediglich im Limmattal so aussieht. Im Glattal und in der Stadt Zürich ist noch immer eine Erhöhung der Durchschnittsmietpreise von bis zu 4 Prozent zu verzeichnen.

Robert Weinert von Wüest & Partner sagt dazu: «Im Limmattal wurden in den vergangenen Jahren viele neue Flächen gebaut. Im Glattal werden in den kommenden Jahren aber ebenfalls viele Büro- und Gewerbeobjekte hinzukommen. Gut möglich, dass aufgrund des grösseren Angebots auch im Glattal die Preise vermehrt unter Druck kommen werden», sagt er. Zudem würde der Bedarf nach Bürofläche einerseits wegen Bestrebungen von Unternehmen nach Effizienz und andererseits wegen der schwachen Konjunktur geringer ausfallen.

Ladenlokale kommen kaum weg

Insbesondere die Preise für Verkaufsflächen befinden sich derzeit im Sinkflug. «Der Detailhandel ist wegen der Online-Konkurrenz und dem starken Schweizer Franken enorm unter Druck. Dies schlägt sich auch in der Nachfrage nach Ladenlokalen nieder», sagt Weinert. Dies treffe beispielsweise die Mode- und die Multimedia-Branche sowie den Bücherhandel. Unternehmen aus dem Food-Bereich würden diese Schwankung hingegen weniger zu spüren bekommen. «Auch ist es in Gemeinden mit einem attraktiven Ortskern einfacher, Ladenlokale loszuwerden, da diese zur Belebung beitragen.»

Coworking im Aufwind

Dem gestern erschienenen Immo-Monitoring ist ebenfalls zu entnehmen, dass das Limmattal zunehmend beliebt ist für Coworking Spaces. Rund 30 solcher Arbeitsplätze werden derzeit in Schlieren und Dietikon angeboten. Damit wird den beiden Limmattaler Städten in diesem Bereich ein vergleichbares Angebot attestiert, wie es etwa Schaffhausen oder Fribourg aufweisen. «Bei den Branchen, die sich im Limmattal angesiedelt haben, ist der Wissensaustausch wichtig. Dies ist ein fruchtbarer Nährboden für Coworking Spaces.»

Der Monitoring-Bericht zeigt zudem, dass es sich beim Dietiker Entwicklungsgebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt um eines der grössten Entwicklungsgebiete der Schweiz handelt. Mit einer möglichen Geschossfläche von rund 570 000 Quadratmeter und rund 4000 zusätzlichen Arbeitsplätzen verweist es den Flugplatz Dübendorf und das ehemalige Alcan-Areal in Steg-Hohzenn auf die Plätze. «Dies zeigt, dass man in Dietikon Platz hat, Grosses zu realisieren. Bei einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung hat die Stadt die Möglichkeit einer äusserst positiven Entwicklung. Dies hängt aber auch davon ab, welche im Limmattal ansässigen Branchen sich langfristig gut entwickeln», so Weinert. Der regionalen Standortförderung komme hier eine wichtige Funktion zu.