Frau Moser, morgen beginnt die Club– und Weltmeisterschaft der Tischfussballer in Venedig, an der auch Sie teilnehmen. Sind Sie bereits nervös?

Cindy Moser Ja natürlich. Ich bin eigentlich immer nervös vor einer Meisterschaft. Aber bei mir ist das ein positives Zeichen, denn es zeigt mir, dass mir das Turnier wichtig ist. Meine Nervosität war bisher bei den Spielen immer positiv.

Und wie viele Spiele werden es an der WM für Sie sein?

Das kommt ganz darauf an, wie weit ich komme. Wenn ich gut spiele, dann werden es viele Spiele. Wenn ich schnell ausscheide, dann weniger.

Im Tischfussball gibt es mehrere Disziplinen. Sind Sie Einzelkämpferin oder Team-Playerin?

Ich spiele in absolut allen Disziplinen. Zum Beispiel spiele ich für die deutsche Gruppe «Bears Berlin». Dann auch wieder für die Schweizer Nationalmannschaft. Ich trete sowohl im Damen-Einzel als auch im Doppel an. Es gibt dann auch Mixed-Disziplinen, wo ich mit meinem Freund antrete, da er ebenfalls als professioneller Töggeler teilnimmt. Also kurz gesagt: Ich spiele überall mit, wo ich mitspielen kann.

Sie haben sich wahrscheinlich auch mit Ihrem Freund intensiv auf die WM vorbereitet?

Ja, wir haben regelmässig geübt. Hin und wieder haben wir auch Freunde eingeladen, um zu trainieren. Dabei war es wichtig, dass alle etwa auf dem gleichen Level sind, sonst macht das Training keinen Sinn. Manche davon werden ebenfalls an der WM teilnehmen und haben auch – wie ich und mein Freund – regelmässig geübt.

Heisst regelmässig «in jeder freien Minute»?

Nicht in jeder freien Minute – ich muss schliesslich auch noch arbeiten. Wir haben etwa zweimal in der Woche gespielt, manchmal auch dreimal. Meistens dauerte es zwei bis drei Stunden am Stück. Wenn ich an der WM gewinnen will, muss ich wirklich alles geben.

Was sind denn Ihre Ambitionen?

Ich will natürlich am liebsten alles gewinnen – aber das ist menschlich wohl fast nicht möglich. Denn so ein Turnier ist wirklich sehr anstrengend.

Haben Sie ein bestimmtes Ritual vor einem Wettkampf?

Ich konzentriere mich jeweils auf meine mentale Stärke. Dabei höre ich Musik – und zwar eher spassige und nicht etwa traurige. Dann halte ich mir vor Augen, was ich alles schon erlebt und erreicht habe und dass es möglich ist, zu gewinnen. Das ist für mich ein sehr wichtiges Ritual.

Und noch zum Schluss: Haben Sie einen Glücksbringer?

Nein eigentlich habe ich keinen Glücksbringer. Aber mein Freund ist sozusagen mein Glücksbringer, weil er an jedem Spiel dabei ist und auch mein Trainer ist.