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Birmensdorf sucht neuen Jugendarbeiter - bisher ohne Erfolg

Damit sich die Jugendlichen in Birmensdorf nicht in Shoppingcentern herumtreiben müssen, will die Gemeinde ihre beiden Jugendtreffs weiterhin betreiben. Dafür suchen sie einen Jugendarbeiter.

Damit sich die Jugendlichen in Birmensdorf nicht in Shoppingcentern herumtreiben müssen, will die Gemeinde ihre beiden Jugendtreffs weiterhin betreiben. Dafür suchen sie einen Jugendarbeiter.

Seit sechs Monaten findet die Gemeinde keinen Jugendarbeiter. Das Stelleninserat habe einen Haken, sagt eine Expertin.

Da gäbe es auf einer Gemeinde in der Nähe von Zürich einen guten Job und keiner will ihn. Das Angebot klingt vielversprechend: «Es erwartet Sie eine selbstständige, vielseitige und anspruchsvolle Tätigkeit in einem Arbeitsumfeld, das Sie massgeblich mitgestalten können», heisst es in der Stellenanzeige. Trotzdem sucht Birmensdorf nun seit einem halben Jahr einen Jugendarbeiter. Bisher ohne Erfolg.

Obwohl das Inserat auf den bekannten Plattformen stehe, seien sehr wenige Bewerbungen eingetroffen, sagt Sozialvorsteherin Ursina Ritzmann. Sie könne es nicht verstehen, handle es sich doch um eine attraktive Stelle; man könne auch viele eigene Ideen einbringen. Der neue Jugendarbeiter soll vor allem den Jugendlichen eine Anlaufstelle bieten und die beiden Jugendtreffs leiten: das Stalli 54 für Schüler ab der 6. Klasse und für Sekschüler das Traffic im Gemeindezentrum Brüelmatt.

Ein guter Berufseinstieg für Studienabgänger, könnte man meinen. An der Fachhochschule Zürich beginnen jedes Semester gut 100 Hochschüler ein Studium in Sozialer Arbeit. An Nachwuchs würde es somit nicht mangeln. Doch wovor schrecken die Abgänger zurück? Hätte man in Birmensdorf mit besonders renitenten Jugendlichen zu kämpfen?

Im Gegenteil, meint Ursina Ritzmann. Es seien ganz normale Schüler. Und auch die derzeitige Jugendarbeiterin sagt, dass der Job ihr gut gefalle. Sie fand 2011 nach ihrem Bachelor-Studium in Birmensdorf den Berufseinstieg. Diesen Sommer wollte sie aufgrund einer Weiterbildung eigentlich aufhören.

Die Gemeinde ist froh, dass die Jugendarbeiterin nun mit einem reduzierten Pensum dennoch weitermacht. Ansonsten hätte der Jugendtreff schliessen müssen.

Zu viele Aufgaben

Woran liegt es also, dass niemand die Stelle will? Wir schicken das Inserat zur Analyse an Regula Flisch, Dozentin für Soziale Arbeit an der ZHAW. Prompt fällt ihr ein Haken auf. Sie findet, auf dem Inserat seien zu viele Aufgaben gestellt: Der Jugendarbeiter müsse einerseits die beiden Treffs leiten, andererseits auch einen Mittagstisch führen. Man wäre daher von vormittags bis abends anwesend.

Gemäss Flisch werden diese Aufgaben häufig getrennt: Jemand führt den Mittagstisch, eine andere Person den Jugendtreff. Und am Abend könne es durchaus spät werden, bis der Treff geschlossen und aufgeräumt sei. Ursina Ritzmann entkräftet jedoch Flischs Verdacht: Die Arbeitszeit für die 80 Prozent-Stelle wäre konzentriert auf Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Der Mittagstisch dauere nur eineinhalb Stunden. Und der Jugendtreff wäre lediglich am Mittwoch und Freitag geöffnet: am Nachmittag jener für die Jüngeren und abends bis 22 Uhr jener für die Älteren. Das sollte für eine Person machbar sein, findet Ritzmann. Für die Gemeinde wäre es ein zu grosser Aufwand, die Stelle auf zwei Personen aufzuteilen. Die Hoffnung auf einen neuen Jugendarbeiter will Birmensdorf noch nicht aufgeben. An der Stellenanzeige sollte es nicht scheitern: «Wir werden das Inserat überdenken und eventuell etwas umgestalten», sagt Ritzmann.

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