Kunstbiennale

«Berufe und Arbeit» im Zentrum der Manifesta von 2016 in Zürich

Christian Jankowski, deutscher Künstler und Kurator der "Manifesta 11", spricht an einer Medienkonferenz in Zürich am Donnerstag, 11. Dezember 2014.

Christian Jankowski, deutscher Künstler und Kurator der "Manifesta 11", spricht an einer Medienkonferenz in Zürich am Donnerstag, 11. Dezember 2014.

Die Manifesta 11, die 2016 in der Stadt Zürich stattfindet, dreht sich um «Berufe und Arbeit». Künstlerinnen und Künstler sollen sich Berufsleute als «Hosts» suchen und aus der Begegnung heraus Kunstprojekte entwickeln.

Jankowski spricht von einem "eher experimentellen Ausstellungskonzept". Wie sich alles entwickle, sei offen. Man unternehme eine Reise, deren Ende relativ ungewiss sei. Sie könne "Überraschungen bringen", könne allenfalls gar scheitern.

Der Berliner Konzept- und Medienkünstler kennt selbst viele Kunstschaffende, will aber auch unbekannte Junge einbeziehen. Auf Reisen will er neue Leute entdecken. Er werde sich dafür erst mal "ein bisschen Zeit nehmen, bevor ich alles festschraube".

Jeder Künstler, jede Künstlerin soll einen Berufsmann oder eine Berufsfrau als Gastgeber auswählen, der oder die auch irgend einen Bezug zur Kultur hat - und sich auf das Experiment einlässt. Jankowski schwebt vor, dass der Gastgeber den Künstler am Flughafen oder Bahnhof abholt und ihm Zürich aus seiner Sicht zeigt.

Der Künstler setzt seine Eindrücke künstlerisch um. Die gemeinsamen "Reisen" werden medial begleitet - vorzugsweise von Studierenden, die im Gegensatz zu Profi-Journalisten eine noch unverstellte Sicht haben. Auch ihre Arbeiten fliessen in die Ausstellung ein, ebenso wie alte Kunst, welche die Berufe zeigt.

Und dann hat Jankowski noch eine weitere Idee, wie Berufsleute und Kunst zusammenkommen könnten, etwa mit einem Kinoprogramm, bei dem es um diesen oder jenen Beruf geht: Zum Beispiel könnte man alle Taxifahrer der Stadt einladen, sich kostenlos den Film "Taxi Driver" anzuschauen.

Zürich - Stadt der Arbeit

Dass Berufe und Arbeit im Zentrum der Ausstellung in Zürich steht, ist "brisant und aktuell", sagte der städtische Kulturdirektor Peter Haerle: Das Thema gehe Zürich besonders an. Wer hier dem Thema Arbeit auf den Grund gehe "trifft einen Nerv", sei doch Zürich eine "arbeitsame, fleissige Stadt".

Dies komme nicht von ungefähr. Die Stadt sei einerseits geprägt vom zwinglianischen Protestantismus, anderseits von Forschergeist und Neugierde. Schon immer sei es eine Stadt des Auf- und Ausbruchs gewesen - im 18. Jahrhundert die Stadt der Aufklärung, im 19. Fluchtpunkt für Revolutionäre aus aller Welt, im 20. Geburtsort des Dadaismus. Heute sei es eine Stadt der Kunstgalerien.

Ganze Stadt einbeziehen

Die Manifesta ist eine der wichtigsten europäischen Kunstbiennalen. Sie hat keinen festen Austragungsort, sondern zieht von Stadt zu Stadt. Im Sommer 2016 macht sie für 100 Tage Station in Zürich.

Die Biennale für zeitgenössische Kunst wolle generationsübergreifend ein breites Publikum anziehen, sagte Manifesta-Direktorin Hedwig Fijen. Die ganze Stadt und die Bevölkerung werde einbezogen, jede und jeder sei eingeladen, sich zu beteiligen. Die Kunstwerke sollen in der ganze Stadt verteilt gezeigt werden.

(Quelle:Art4allU)

The Hunt - Christian Jankowski

(Quelle:artnet)

"Casting Jesus" by Christian Jankowski

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