Bei zwölf Prozent der über 65-Jährigen im Kanton Zürich reicht die Altersvorsorge nicht aus: Sie sind auf Zusatzleistungen angewiesen. Aufhorchen lässt dabei gemäss Sozialbericht 2015, dass derzeit bei Personen, die neu das Pensionsalter erreichen, die Bezügerquote steigt.

Es gebe offenbar eine grösser werdende Gruppe "junger" Pensionierter, die trotz des nun seit langer Zeit ausgebauten Dreisäulensystems der Altersvorsorge nicht in der Lage war, eine ausreichende Vorsorge aufzubauen, heisst es im Sozialbericht 2015 des Kantons Zürich, den der Bund am Donnerstag veröffentlichte.

Dass der Anteil jener Neurentner grösser wird, die Zusatzleistungen zur AHV benötigen, führt der Bericht unter anderem auf deren "unterbrochene Arbeitsbiographien" zurück. Zudem kann dies auch eine Folge "bei einer Zuwanderung im späteren Erwerbsalter oder bei langer Teilzeitarbeit" sein.

Insgesamt wurden 2015 im Kanton Zürich 855,3 Millionen Franken für Zusatzleistungen zur AHV und IV aufgewendet. 3,7 Prozent der Gesamtbevölkerung - das sind 53'554 Personen - erhalten Zusatzleistungen.

Relativ stabile Bezügerquoten

Wie dem Sozialbericht zu entnehmen ist, sank die Bezügerquote bei den sogenannten bedarfsabhängigen Sozialleistungen im Kanton im Jahr 2015 von 8,3 auf 8,1 Prozent: Rund 178'000 der 1,4 Millionen Einwohner haben damit Sozialhilfe, Alimentenbevorschussung, Kleinkinderbetreuungsbeiträge oder Zusatzleistungen zur AHV und IV erhalten.

Die Sozialhilfequote im Kanton Zürich liegt seit 2010 unverändert bei 3,2 Prozent. Rund 46'200 Personen waren damit 2015 auf Sozialhilfe angewiesen. Die Nettoausgaben der Gemeinden beliefen sich auf 425 Millionen Franken.

Winterthurer Kinder als Risikogruppe

Haushalte mit Kindern haben ein erhöhtes Sozialhilferisiko, vor allem in der Stadt Winterthur. Dort sind 8,3 Prozent der Haushalte mit Minderjährigen in der Sozialhilfe. In der Stadt Zürich sind es 6,9 Prozent. Kantonsweit liegt der Wert bei 4,8 Prozent.

Besonders betroffen sind Alleinerziehende: 10,6 Prozent der Alleinerziehenden mit Schweiz Pass und 48,6 Prozent der ausländischen Alleinerziehenden sind auf Sozialhilfe angewiesen.

Ein Viertel der Sozialhilfebezüger arbeitet

35 Prozent der Sozialhilfebezüger im erwerbsfähigen Alter verfügen über keine Arbeitsstelle. 40 Prozent sind - unter anderem wegen Ausbildung, Unfall oder Krankheit - nicht erwerbsfähig. 25 Prozent der Sozialhilfebezüger haben hingegen einen Job, ein Fünftel von diesen arbeitet gar Vollzeit, ihr Lohn reicht aber nicht aus.

Der Sozialbericht des Kantons Zürich zeigt alljährlich die Entwicklung der Sozialhilfe und der anderen bedarfsabhängigen Sozialleistungen auf. Er dient als Grundlage und Nachschlagewerk bei Fragen rund um die soziale Sicherheit im Kanton Zürich.