Die AL begründete ihre Forderung damit, dass viele auf der Flucht fast alles ausser dem Smartphone und der digitalen Identität verloren hätten. "Das Internet verbindet geflüchtete Menschen mit ihrer Heimat, mit ihren Freunden und Familien", schrieb die AL.

Zwar gäbe es in den meisten Asylunterkünften Computerplätze mit Internetzugang. Diese seien aber nicht immer zugänglich. Ein kabelloser Internetzugang würde Abhilfe schaffen. Deshalb solle der Stadtrat prüfen, wie die von der Asyl Organisation Zürich (AOZ) betriebenen Unterkünfte mit WLAN ausgestattet werden könnten.

Stadtrat Raphael Golta (SP) anerkannte das Bedürfnis nach Kommunikation und wies darauf hin, dass beispielsweise in der provisorischen Asylunterkunft in der Messehalle 9 in Oerlikon bereits WLAN installiert sei. Man könne zwar nicht alle Unterkünfte, beispielsweise Einzelwohnungen, ausrüsten, versuche aber, die Kommunikation zu ermöglichen. Der Stadtrat zeigte sich bereit, das Anliegen zu prüfen.

Die SP sprach von einer "guten Idee" und die CVP war bereit, sich für eine Umsetzung einzusetzen. Einzig die SVP äusserte sich dagegen und bezeichnete die Idee als "irrsinnig".

Unrealistisches Postulat zur Kostenwahrheit

Abgelehnt hat der Gemeinderat hingegen ein SVP-Postulat, das eine möglichst genaue Kostenwahrheit im städtischen Asylwesen forderte. 99 Nein- standen 21 Ja-Stimmen gegenüber. Auch der Stadtrat lehnt das Postulat ab.

Die Postulanten begründeten ihr Anliegen damit, dass die Steuerzahlenden ein Recht hätten, zu erfahren, welchen finanziellen Schaden das Asylwesen direkt und indirekt anrichte.

Sozialvorsteher Golta zweifelte an den Motiven der SVP. Es sei egal, welche Zahlen man berechne oder publiziere. Die SVP sehe sowieso nur die Zahlen, die sie sehen wolle. Zudem kenne man gewisse Zahlen schlicht nicht. Eine Berechnung wäre daher hypothetisch und wenig sinnvoll.