Limmattal

Am Markt winken die Lehrverträge

Bereits seit 2014 wird der Lehrstellenmarkt, wo Betriebe und Schüler vernetzt werden, in anderen Zürcher Bezirken durchgeführt. Hier in Uster.

Bereits seit 2014 wird der Lehrstellenmarkt, wo Betriebe und Schüler vernetzt werden, in anderen Zürcher Bezirken durchgeführt. Hier in Uster.

Zwei neue Veranstaltungen sollen Schüler und Lehrbetriebe zusammenbringen – dass diese am selben Tag stattfinden, sei eine Panne, sagen die Verantwortlichen.

Für junge Menschen im Bezirk Dietikon, die in diesem Jahr eine Lehre beginnen wollen, wird der 15. März ein wichtiger Tag. Mit der Oberstufe Weiningen und dem Berufsinformationszentrum Urdorf (biz) führen gleich zwei Organisationen erstmals Veranstaltungen durch, die Lehrbetriebe und Schüler zusammenbringen sollen.

Der Lehrstellenmarkt des biz Urdorf ist ein Novum in der Region. Rund 19 Betriebe aus den Bezirken Dietikon und Affoltern werden ihre insgesamt 60 Ausbildungsplätze in 19 Berufen präsentieren, die auf Sommer 2016 noch nicht besetzt sind.

In Zürich, Winterthur, Uster und Meilen werden solche Märkte von den Berufsbildungsforen bereits seit längerer Zeit durchgeführt und erfreuen sich laut Christine Viljehr, Leiterin des biz Urdorf, grosser Beliebtheit.

Dabei wolle man mit dieser Veranstaltung ein konkretes Problem lösen: «In den vergangenen Jahren suchten Schüler und Betriebe bis weit in die Sommermonate hinein noch nach einer Stelle beziehungsweise nach einem Lehrling.»

Mit dieser Veranstaltung wolle man bereits zu einem früheren Zeitpunkt diese beiden Seiten zusammenbringen.

Unterschiedliche Zielgruppen

Die 19 Unternehmen kommen aus verschiedenen Branchen, doch würden Coiffeure, Detailhandelsbetriebe und Elektroinstallationsunternehmen mehrmals vertreten sein, so Viljehr.

Sie rät den Schülern, sich passend für ein Bewerbungsgespräch anzuziehen und – für Stellen, die sie interessieren – bereits die Bewerbungsdossiers mitzubringen. So könne bei gegenseitigem Interesse bereits ein Schnuppereinsatz vereinbart werden.

Wie viele Schüler teilnehmen werden, weiss sie noch nicht, da keine Anmeldungen nötig sind, doch habe sie gute Reaktionen erhalten. Meist in Bezug auf die Kontaktaufnahme: «Die Schüler freuen sich darüber, dass sie mit dem niederschwelligen Angebot bereits kleine Vorstellungsgespräche führen können.»

Zeitgleich veranstaltet die Kreisschule Weiningen eine Berufsmesse. Können sich die beiden Veranstaltungen nicht konkurrenzieren? «In der Tat ist uns bei der Planung eine Panne passiert», sagt Hans Hauenstein, Co-Schulleiter, auf Anfrage.

Auch Christine Viljehr hält die Durchführung am selben Datum für nicht optimal. Bei genauerer Betrachtung aber, zeige sich, so Hauenstein, dass die beiden Veranstaltungen nicht dieselbe Zielgruppe hätten.

Während mit der Berufsmesse an der Schule Weiningen die Berufswahl erleichtert werden soll, will die biz-Veranstaltung bei der Stellensuche helfen. So richtet sich die Berufsmesse in Weiningen an die Schüler der 2. Sek, jene des biz in Dietikon an die Abschlussklassen.

Auch verfolge man in Weiningen einen lokalen Ansatz und fokussiere auf eine persönliche Atmosphäre, so Hauenstein. 22 Unternehmen aus der Region Limmattal werden den 120 interessierten Schülern der drei Klassen im zweiten Sek-Jahr Red und Antwort stehen. So würden sich eher interessante Gespräche ergeben, sagt Hauenstein.

Derzeit bereiten sich die Schüler mithilfe von Mitgliedern des Elternrats auf den Anlass vor, um gezielt mit Vertretern der für sie interessanten Betriebe ins Gespräch zu kommen. Dabei gehe es vor allem darum, dass diese mit konkreten Fragen in die Gespräche mit den Lehrmeistern und Lernenden gehen.

«Wir stellen immer wieder fest, dass bei der Kontaktaufnahme mit Unternehmen grosse Hemmschwellen bestehen, obwohl die Jugendlichen heute auf den ersten Blick sehr tough wirken», sagt Hauenstein. Zudem übernimmt die Schule eine Vermittlerrolle für Schüler des Abschlussjahrs, die noch keine Stelle haben.

Vereinzelt nehmen auch Schüler der dritten Sek-Klassen teil, die gezielt mit Ausstellern sprechen können, die noch Stellen anbieten. Eine Teilnahme am Lehrstellenmarkt in Dietikon ist für die übrigen Drittklässler zwar nicht obligatorisch, «sie können jedoch hingehen, wenn sie das wollen», so der Schulleiter.

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