«An prachtvollster Lage direkt am Zürichsee» liege das Alters- und Pflegeheim «Am See». In etwa so beginnt der Artikel, der am Donnerstag in der «Weltwoche» erschien. Urheber ist der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der nicht selten mit einer spitzen Zunge zu provozieren weiss. In höchsten Tönen schwärmt er vom Gebäude, das auch über «Park und Seeanstoss» verfüge.

Mörgeli beabsichtigte jedoch nicht, nur die Vorzüge des Gebäudes anzupreisen. Sein eigentliches Anliegen: Die Heimbewohner «müssen raus, Asylbewerber kommen rein». Grund zur Sorge besteht gemäss Artikel auch darin, dass der Park durch die Besetzung der Asylbewerber für Besucher unattraktiv werde. Oder dass «sich nicht wenige Eritreer und Afghanen auf den Weg machen, wenn sie von ihren Verwandten erst einmal Handyfotos vom Zolliker Strandleben erhalten».

Auszug schon vorher geplant

Körperlich geschwächte und pflegebedürftige Senioren müssen 120 Migranten weichen? Was so reisserisch beginnt, wird gegen Ende des Artikels doch noch relativiert: Denn der Auszug der Heimbewohner war bereits geplant, bevor man sich für ein Durchgangszentrum für Asylbewerber entschieden hat. Die Zusammenlegung der Zolliker Altersheime im eben neu eröffneten Altersheim Blumenrain in der Lengg an der Grenze zu Zürich war schon lange vorgesehen, wie der «Tagesanzeiger» schreibt.

Das Altersheim liege auch nicht so schön, wie von Mörgeli angepriesen. Zwischen Park und Hauptgebäude verlaufe die Seestrasse, gleich hinter dem Haus die S-Bahn-Linie. Der Park, der heute bereits öffentlich zugänglich ist, soll dies auch in Zukunft sein.