Schlieren

42-Jähriger fälscht Gesamtbetrag von rund 20'000 Franken

Der Mann hatte die Noten auf einem handelsüblichen Drucker hergestellt.

Der Mann hatte die Noten auf einem handelsüblichen Drucker hergestellt.

Ein 42-Jähriger wurde innerhalb von drei Monaten zwei Mal von der Polizei festgenommen. Er wird verdächtigt, 100er- und 200er-Noten im Wert von 20 000 Franken gefälscht und teilweise in Umlauf gebracht zu haben.

Ist Ihnen im letzten Jahr einmal eine Banknote etwas komisch vorgekommen? Ihr Verdacht könnte berechtigt gewesen sein: Im vergangenen Oktober kursierten in mehreren Geschäften im Limmattal, unter anderem in Schlieren, falsche Banknoten, wie die Zürcher Kantonspolizei gestern mitteilte.

Nachdem die Geschäfte bemerkten, dass die Noten gefälscht sind, erstatteten sie bei der Kantonspolizei verschiedene Anzeigen. Die Ermittlungen führten die Polizei nach Schlieren, wo sie Ende Oktober eine Hausdurchsuchung bei einem 42-jährigen Italiener durchführte. In der Wohnung des Arbeitslosen entdeckte die Polizei dann nicht nur gefälschte 200er-Noten, sondern auch «diverse Utensilien, die zur Fälschung von Banknoten verwendet wurden». Von Profimaterial kann keine Rede sein: Der Mann hatte die Geldscheine auf einem handelsüblichen Drucker kopiert, wie Kantonspolizei-Sprecherin Carmen Surber auf Anfrage erklärt. «Gute Fälschungen waren das nicht.»

Der Mann wurde darauf festgenommen und gestand während der ersten Verhöre, das Geld gefälscht zu haben, um seine Drogensucht finanzieren zu können. Nach seiner Entlassung aus der Polizeihaft wurde sein Fall an die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis übergeben.

Das war ihm aber nicht Denkzettel genug. Wenig später, kurz vor Weihnachten, versuchte er erneut, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Wieder wurde er verhaftet. Dieses Mal trug er gefälschte 100-er und 200-er-Noten auf sich. Und auch bei der zweiten Hausdurchsuchung konnte die Polizei wieder einen Drucker sowie weiteres Zubehör zum Fälschen von Notengeld sicherstellen. Diesmal war er bei den Befragungen aber nur teilgeständig.
Nachgewiesen werden konnten ihm dennoch insgesamt rund 100 Fälschungsdelikte. Zwischen August und Dezember soll er Schweizer Geld im Gesamtwert von über 20 000 Franken in Form von 100er- und 200er-Noten hergestellt und teilweise in Umlauf gebracht haben. Mit dem Falschgeld habe er sich Lebensmittel und kleinere Gegenstände gekauft, die er sich sonst nicht hätte leisten können, so die Kantonspolizei.

Fälscher werden selten überführt

Wie man das Falschgeld auf den Mann zurückführen konnte, kann die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht näher erläutern. Auffällig sei aber bestimmt die Häufung der Anzeigen innert so kurzer Zeit gewesen, sowie die Tatsache, dass sie alle aus dem Limmattal kamen. «Es kommt ab und an mal vor, dass gefälschte Noten auftauchen. Dass sie sich so stark auf eine Region konzentrieren, ist aber selten», so Surber. Selten ist deshalb auch, dass die Geldfälscher geschnappt werden. «Es ist sehr schwierig, die Kanäle, durch die das Falschgeld fliesst, nachzuverfolgen.»

Aufgrund der schlechten Qualität der Fälschungen sowie der Tatsache, dass die Polizei viele Noten beschlagnahmen konnte, geht die Polizei nicht davon aus, dass noch Falschgeld im Umlauf ist. «Ganz ausschliessen kann man es aber natürlich nicht», so Surber.

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