Limmattal

250 Lehrstellen im Bezirk sind noch nicht besetzt

Im Detailhandel sind noch viele Lehrlingsplätze unbesetzt. (Symbolbild)

Im Detailhandel sind noch viele Lehrlingsplätze unbesetzt. (Symbolbild)

Im Detailhandel und auf dem Bau gibt es noch viele Lehrlingsplätze – für die kaufmännische Lehre gibt es in der Region jedoch kein Angebot.

Ein Blick in die Bildungsstatistik zeigt, dass aktuell noch 4600 unbesetzte Lehrstellen im Kanton Zürich ausgeschrieben sind, vor drei Jahren waren es nur gerade deren 4100. Haben Schulabsolventen also die freie Berufswahl und es sind Lehrstellen in Hülle und Fülle vorhanden?

«In der Tat haben die Lehrstellensuchenden heute viele Möglichkeiten», sagt Christine Viljehr, Leiterin des Berufsinformationszentrums (biz) Urdorf. Im Bezirk Dietikon sind derzeit noch rund 250 Lehrstellen zu haben.

Gesucht werden in der Region vorwiegend Lehrlinge im Bereich Detailhandel (derzeit 48 Ausschreibungen), Elektrizität und Energie (42 Ausschreibungen) und im Baugewerbe (34 Ausschreibungen). Dass genau diesen Branchen noch viele Lehrlinge fehlen, hat laut Viljehr mehrere Gründe.

«Beispielsweise dauert die berufliche Grundbildung als Elektroinstallateur vier Jahre und ist anspruchsvoll. Jugendlichen, welche die Voraussetzungen dafür mitbringen, stehen auch einige andere Türen offen», sagt sie.

Daher falle es Unternehmen dieser Branche oft schwer, die geeigneten Schüler zu finden. Auch sei bereits seit mehreren Jahren zu beobachten, dass handwerkliche Berufe bei Jugendlichen nicht sehr beliebt seien. «Gerade im Baugewerbe haben junge Menschen dank Weiterbildung aber gute Chancen, Karriere zu machen.» Dies zeige man den Jugendlichen, die in die Berufsberatungen kommen, auch auf.

IT-Lehrstellen sind sehr beliebt

Wer eine der beliebten kaufmännischen Ausbildungen machen möchte, dürfte im Bezirk Dietikon nur wenig Erfolg bei der Stellensuche haben. Von diesen ist hier nämlich keine ausgeschrieben. «Neben dem KV ist auch der IT-/Informatikbereich bei den Jungen sehr beliebt», sagt Viljehr.

Letztere würden auf den Hit-Listen der beliebtesten Berufe oft fehlen, dies jedoch aus dem Grund, dass nicht so viele Stellen im Angebot sind wie beispielsweise im KV-Bereich. Lehrstellen als Grafiker oder als Fachfrau Betreuung erfreuen sich ebenfalls grosser Beliebtheit: «Hier übersteigt die Nachfrage das Angebot bei weitem», sagt Viljehr.

C-Schüler brauchen langen Atem

Wer nun noch keine Lehrstelle hat, der hat noch immer intakte Chancen, eine Lehre in seinem oder ihrem Traumberuf machen zu können. Zwar könne die Lehre womöglich nicht in der favorisierten Region oder im erwünschten Betrieb angetreten werden. Dazu hätte man früher mit der Suche beginnen müssen.

Das Bewerbungskarussell, wie es Viljehr nennt, beginne jeweils im August des Vorjahres vor Lehrstellenantritt. Dann wird der der kantonale Lehrstellennachweis (Lena), wo Stellen ausgeschrieben sind, aufgeschaltet. «Es empfiehlt sich, dann mit den ersten Bewerbungen zu beginnen.»

Wie viele Schulabgänger aus dem Bezirk Dietikon derzeit noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, zeigt sich Ende März. Dann ermittelt das biz Urdorf einen Zwischenstand zu der Anzahl Schüler, die noch ohne Vertrag dastehen.

Die Rücksprache mit den verschiedenen Berufs- und Laufbahnberatern des biz würden jedoch bereits heute den Trend zeigen, der bereits in den vergangenen Jahren vorgeherrscht hat. «In der Sek A sind es nur noch einzelne Schüler, die auf der Suche sind.

In den B-Klassen ist über die Hälfte bereits versorgt und in den C-Klassen braucht es einen längeren Atem, bis der Lehrvertrag unterschrieben ist.»

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