Zule ist eine eindrückliche Erscheinung: Der Biker trägt eine schwere Lederkutte, auf deren Rücken in grossem Aufdruck «Sabers MC» geschrieben steht. Das Logo zeigt den Kopf eines Säbelzahntigers. Auf seiner Brust thront neben anderen Aufnähern das Rangabzeichen «President».

Aufgrund ihres auffälligen Erscheinens falsch eingeschätzt zu werden, sind sich die 17 Biker aus Dietikon gewohnt. Der Vize-Präsident stellt sich als Reto vor und sagt gleich: «Wir sind keine Bande und auch keine Gang. Wir sind Gleichgesinnte, die gemeinsam Motorrad fahren und das Leben geniessen.» Klar sehe es gefährlich aus, wenn der ganze Club in Kluft auf den Motorrädern vorfahre. «Jeder der uns kennt, weiss aber, dass wir nicht gefährlich sind», so Reto.

Um in der Familie der Sabers aufgenommen zu werden, durchläuft jeder eine längere Anwärterzeit. Es sei aber keineswegs ein Untendurch-Müssen, so Reto. Die Männer machten ihre Aufgaben gerne, weil sie unbedingt dabei sein möchten.

Die 20- bis 50-jährigen Männer treffen sich regelmässig abends in ihrem Klublokal im Dietiker Industriequartier. Dort stört es niemanden, wenn spätnachts noch die Motoren der schweren Harleys aufheulen. Schweizer, Italiener, Bosnier, Kroaten, Serben und Australier sind Mitglieder bei den Bikern aus Dietikon. Woher man komme, spiele keine Rolle, so die Rocker. Einmal in den Reihen der Sabers aufgenommen, könne man sich ein Leben lang aufeinander verlassen und in jeder Situation auf die Unterstützung seiner Freunde zählen.

Beziehungen sind das wichtigste

Als Freebikerklub vor sieben Jahres gegründet, sind die Sabers heute gut vernetzt mit Bikeklubs auf der ganzen Welt. «Wir sind nie alleine», sagt Zule. Egal wo sie unterwegs seien; überall würden sie von anderen Bikern herzlich in Empfang genommen. «Beziehungen sind das Allerwichtigste.»

Die Mitglieder der Sabers sind auch sozial engagiert. Während der Jahrhundert-Überschwemmungen im Balkan haben sie den «Biker-Gottesdienst» in Oberengstringen mitveranstaltet. Mit der Unterstützung von Pfarrer Jens Naske und der Kirchgemeinde konnten sie eine Spendenaktion ins Leben rufen.

Im Anschluss an diese Veranstaltung setzten sich einige der Biker spontan ins Auto, um mit diversen Hilfsgütern in Richtung Osten zu fahren. Dort angekommen, verteilten sie tagelang ihre mitgebrachten Sachen und boten den Leuten ihre Hilfe an. «Alle Mitglieder haben dafür ihr Geld zusammengelegt», so Zule. Ein Verein solle all seine Kapazitäten und Möglichkeiten nutzen. Die Sabers MC seien immer bereit, sich für Menschen in Not einzusetzen. Ein anderes Mal haben die Biker einem schwer kranken Mädchen eine dringend notwendige Operation ermöglicht.

Um Vorurteilen gegenüber Bikerklubs entgegenzuwirken, beteiligen sich die Rocker jedes Jahr an diversen Veranstaltungen im Limmattal. Am Weinfest in Oberengstringen sind sie beispielsweise seit drei Jahren mit Live-Rockbands und einer Bar vertreten. «Es ist noch nie zu Problemen gekommen. Im Gegenteil: Die Menschen kommen offen auf uns zu und lernen unseren Verein gerne kennen», sagt Reto.