Die Zeit der «Schnüerlischrift» ist in Zürich vorbei: Der Kanton führt die von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz empfohlene neue Basisschriftauf das Schuljahr 2016/2017 ein. Dies hat der Bildungsrat am Mittwoch mitgeteilt.

Die Einführung muss bis Schuljahr 2018/19 abgeschlossen sein. Die Basisschrift ist eine klare, schnörkellose Schrift, die es erlaubt, effizient und zügig zu schreiben. Anders als bei der Schweizer Schulschrift, auch als «Schnüerlischrift» bekannt, muss man die Buchstaben nicht mehr verbinden.

Es habe sich gezeigt, dass vor allem Dritt-, Viert- und Fünftklässler mit der Basisschrift flüssiger und schneller schrieben, sagte Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamtes, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF1.

Die eigene Handschrift

Wer noch die «Schnüerlischrift» gelernt habe, könne diese aber beibehalten. Die Schrift entwickle sich ohnehin im Laufe der Jahre weiter. Ziel sei es, dass jeder und jede am Schluss eine eigene Handschrift habe, sagte Wendelspiess.

Schreibhefte werden überarbeitetDer Lehrmittelverlag Zürich überarbeitet gegenwärtig die «ABC»-Schreibhefte 1, 2 und 3. Sie werden künftig in der Schweizer Basisschrift zur Verfügung stehen. Die Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung von Lehrpersonen bietet ab April Weiterbildungskurse für Lehrpersonen und Schulhausteams an.

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) hat am 31. Oktober 2014 den Deutschschweizer Kantonen eine koordinierte Umstellung auf die teilverbundene Basisschrift empfohlen. Sie stützte sich dabei auf den Bericht einer Arbeitsgruppe der D-EDK.

Die Umstellung soll auf jene Form der Basisschrift erfolgen, die im Kanton Luzern seit einigen Jahren erfolgreich unterrichtet wird. Der Zürcher Bildungsrat hat nun beschlossen, dieser Empfehlung zu folgen. Weitere Kantone wie Schaffhausen, Schwyz führen die Basisschrift auf den Sommer 2016 ein, Nidwalden im Sommer 2017.