Vergeblich gewartet: Mannschaft, Anhänger und Vorstandsmitglieder des FC Birmensdorf harrten am Sonntag im Klubhaus aus, um das Resultat der anschliessenden Partie von Verfolger Oetwil-Geroldswil zu vernehmen.

Trainer Fabio Stiz und Bruno Rosa fuhren auf den Juchhof, um zeitnah Meldung nach Birmensdorf zu machen. Weil der FCB gegen Wiedikon gewann (6:3), wäre ihm der Aufstieg sicher gewesen im Fall einer Niederlage des Lokalrivalen. Dieser zog aber nach (2:0 gegen Kosova II), womit die Entscheidung vertagt ist.

Eine vergleichbare Situation erwartet die Birmensdorfer am Dienstag. Nach ihrem Training werden sie erfahren, ob sie aufgestiegen sind: In Geroldswil findet das Nachtragsspiel gegen Industrie Turicum statt (20.15 Uhr, Werd).

Da es für die Stadtzürcher um den Verbleib in der 3. Liga geht, wird das alles andere als ein Selbstläufer. Der Ausgang dieses Matches interessiert darüber hinaus noch einen dritten Verein aus der Region. Der FC Engstringen ist plötzlich mitten im Abstiegsstrudel – Industrie hat auf dem ersten Abstiegsplatz nur noch einen Punkte Rückstand.

Nach dem üblichen Muster

Aber zurück zum spannenden Aufstiegsrennen. In Birmensdorf sah es für ungeübte Augen kurzzeitig nach einer möglichen Überraschung aus, als Wiedikon in der 76. Minute das 3:3 erzielte.

Munisi trifft zum 3:2 für Birmensdorf

Munisi trifft zum 3:2 für Birmensdorf

Doch erfahrene FCB-Matchgänger wissen, dass das Team in der Regel getreu dem Motto «Steter Tropfen höhlt den Stein» irgendwann aus seiner Vielzahl an Chancen mindestens vier Tore erzielt.

Birmensdorfer Nonchalance im Strafraum

Birmensdorfer Nonchalance im Strafraum

So kam es auch diesmal. Zwölf Minuten später stand es 6:3. Erneut Mustafi (per Elfmeter), Petrovic und Filipovic hatten getroffen.

Birmensdorfs Mustafi trifft zum 4:3

Birmensdorfs Mustafi trifft zum 4:3

Die Wende kannte jedoch vor allem einen Namen: Fuad Munisi. Der überragende Mann auf dem Platz war nach dem dritten Gegentreffer stinksauer und lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit Verteidiger Madörin.

In der Folge lenkte der Flügelspieler seine Aggressionen aber in positive Bahnen. Dank eines Energieanfalls holte er den Penalty heraus. Und vor dem 5:3 tankte er sich durch, um schliesslich gewohnt uneigennützig auf Petrovic abzuspielen.

Jener übernimmt mit 26 Toren die alleinige Führung in der Limmattaler Torschützenwertung. Weil Schlierens Frauen mit Sanja Mijovic (25 Tore) seit Längerem Saisonende haben, braucht der Routinier im letzten Spiel gegen Altstetten nur noch seinen Teamkollegen Adnan Mustafi (24 Tore) zu fürchten.

Unter den Zuschauern fand sich mit Roland Käser ein ehemaliger Torschützenkönig des FCB. Ihm reichten im Jahr 2004 schier unglaubliche 8 Treffer zum Titel.

FCOG mit einem Frühstart

Während in Birmensdorf der Schlusspfiff ertönte, begann rund 16 Kilometer entfernt auf dem Juchhof 1 die Partie des FCOG. Von Beginn weg waren die Gäste spielbestimmend. 

Brandenberger löste die mögliche Anspannung mit seinem frühen Führungstreffer: Er reagierte nach einem parierten Freistoss von Pereira am schnellsten (5.). Als Bozova nach einer schönen Pereira-Vorlage zum 2:0 traf, war die Vorentscheidung gefallen.

In der zweiten Halbzeit liess der gewohnt quirlige Pereira einige Möglichkeiten auf einen Ausbau der Führung verstreichen. Doch die Gastgeber, die vor allem nach stehenden Bällen gefährlich waren, konnten aus den Nachlässigkeiten keinen Profit schlagen.

Oetwils Pereira fehlt die letzte Konsequenz

Oetwils Pereira fehlt die letzte Konsequenz

Die kleine Birmensdorfer Delegation meldete deshalb in die nahe Heimat, dass die Feierlichkeiten zumindest verschoben werden müssen.