Darum würde Birmensdorf den Aufstieg verdienen

Trainer: Fabio Stiz hat sogar Laurent Fessel als Workaholic und Pedant in den Schatten gestellt. Trotz der bescheidenen Verhältnisse in Birmensdorf liess er sich nie von seiner Mission abbringen. Er hat dank seiner Überzeugungskraft das individuell beste Team zusammengestellt, das jemals in diesem Dorf gespielt hat.

Power: Einmal in Fahrt gekommen, walzt der FCB gnadenlos über seine Gegner hinweg. 76 Tore in 21 Matches sprechen eine deutliche Sprache. Sinnigerweise duellieren sich mit Aleksandar Petrovic (26 Tore) und Adnan Mustafi (24 Tore) zwei Teamkollegen um die Krone des Limmattaler Torschützenkönigs. Birmensdorf ist anscheinend einfach zu gut besetzt, um den Vorteil noch zu verspielen.

Munisi trifft zum 3:2 für Birmensdorf

Munisi trifft gegen Wiedikon zum 3:2 für Birmensdorf

Zusammenwachsen: Die fehlende Solidarität war das grosse Manko des FCB in der Vorrunde. Die Niedergeschlagenheit nach der unbelohnten Rekordsaison (trotz 59 geholten Punkten stieg Schlieren auf) wirkte länger als gedacht nach, die neuen Spieler mit mussten die «Herausforderung 3. Liga» zuerst schätzen lernen. Mit Wiederaufnahme der Meisterschaft nach der Winterpause besserte sich das markant. Der grösste Ruck ging allerdings durch das Team, nachdem der Rücktritt von Fabio Stiz zum Saisonende bekannt geworden war. Die Mannschaft spielt nun für ihren Trainer.

Darum würde Birmensdorf den Aufstieg nicht verdienen

Niederlagenflut: Birmensdorf hat 5 von 21 Spielen verloren – in der Saison 2013/14 war es gerade mal eines. Kein Tabellenführer der fünf weiteren Zürcher 3.-Liga-Gruppen ist gleich oft unterlegen.

Platzhalter: Die Mannschaft würde mit Sicherheit nie in der aktuellen Besetzung in der 2. Liga antreten und mit grosser Sicherheit schwächer sein als gegenwärtig. Das hängt mit dem Abgang von Trainer Fabio Stiz zusammen, aber auch mit der Überzeugung des Vereins, kein Geld für Spielerentschädigung aufwenden zu wollen. Sportchef Dani Margreth sagte, dass es dem Klub nicht darauf ankommt, ob er in der 2. oder 3. Liga spielen wird, weil er vermehrt mit eigenen Spielern arbeiten will. Das ist löblich. Man kann das aber auch so sehen: Der FCB nähme einem ambitionierten Verein den Platz weg.

Darum würde Oetwil-Geroldswil den Aufstieg verdienen

Trainer: Als Roger Balmer vor drei Jahren auf die Sportanlage Werd zurückkehrte, kam er mit den Ambitionen, das Team an die Spitze zu führen. Angesichts der Genügsamkeit der Spieler und der nichtvorhandenen Absicht, für Spieler zu zahlen, schien das ein aussichtsloses Unterfangen zu werden. Doch nach dem dritten Platz im Vorjahr spielt der FCOG nun um den Aufstieg mit. Balmer hat bewiesen, dass er selbst langjährige Akteure noch aus der Komfortzone locken kann. Es wäre eine Riesengeschichte, könnte er zehn Jahre nach dem erstmaligen 3.-Liga-Aufstieg als Captain den Verein nun als Trainer erstmals in die 2. Liga führen.

Vereinsphilosophie: Der FCOG lebt die Idee, die viele andere Klubs nur noch als Sehnsucht kennen: Mit dem Gerüst aus eigenen Spielern erfolgreich zu arbeiten. Nur zwei Akteure der ersten Mannschaft haben ihre Laufbahn nicht in Geroldswil begonnen. Entsprechend hoch ist die Solidarität.

Frechheit: Oetwil-Geroldswil hat dank seiner talentierten jungen Spieler wie Pereira, Brandenberger und Marti eine grosse Portion Dreistigkeit und Spielwitz im Team. An guten Abenden spielt OG auf Augenhöhe mit Zweitligisten, wie es im Cup (Halbfinalqualifikation) eindrücklich unter Beweis stellte.

Das 2:2 durch Brandenberger

Das 2:2 durch Brandenberger im Cup gegen Bassersdorf

Fairplay: Zum zweiten Mal in Folge werden die Limmattaler am wenigsten Strafpunkte aller Teams der Gruppe 2 aufweisen. Das ist ein Zeugnis der spielerischen Überlegenheit und der gesunden Einstellung.

Darum würde Oetwil-Geroldswil den Aufstieg nicht verdienen

Understatement: So stark der FCOG in vielen Partien in dieser Saison aufgetreten ist: Niemand traut ihm ernsthaft einen Platz in der 2. Liga zu. Das hat auch mit der eigenen Wahrnehmung zu tun. Trainer und Team erwecken den Eindruck, als würden sie gar nicht recht an ihre Chance glauben.

Launen: Obwohl er nach der Vorrunde sechs Punkte Vorsprung auf Birmensdorf hatte und bis heute nur zweimal verloren hat, liegt der FC Oetwil-Geroldswil jetzt nicht an der Spitze. Da gehört ein Team, das gegen den Absteiger Benfica und die klar schwächeren Teams von Altstetten und Espanol Iberia sieben Punkte verspielte, auch nicht hin.

Die Tabelle finden Sie hier.